Er ist zurzeit in aller Munde: Wotan Wilke Möhring überzeugt in der erfolgreichen Kinokomödie „Das perfekte Geheimnis“ und machte vor kurzem im ZDF-Spionagethriller „West of Liberty“ ebenfalls eine gute Figur. Jetzt ist der 52-jährige Schauspieler und bekennende Fan des Bundesligisten Borussia Dortmund in einem neuen „Tatort“ wieder mal als knorriger Bundespolizei-Ermittler und passionierter Milch-Trinker Thorsten Falke aus Hamburg zu sehen, der es gemeinsam mit seiner Kollegin Julia Grosz (Franziska Weisz) mit einem geheimnisvollen Scharfschützen zu tun bekommt, der aus dem Hinterhalt auf Lastwagen ballert und dabei aus Versehen einen Fahrer tötet. Milan Peschel spielt den Heckenschützen Steffen Thewes, einen verzweifelten Zollbeamten und Vater einer schwerkranken Tochter, ganz großartig.

Leider ist das aber auch schon das Beste, was sich über diesen langatmigen und an entscheidenden Stellen auch noch unlogischen „Tatort: Querschläger“, der am 1. Dezember um 20:15 Uhr im Ersten läuft, sagen lässt. Er verschießt sein Pulver viel zu schnell und dreht erst gegen Ende auf.

„Tatort: Querschläger“: Darum geht es

Dem Zuschauer ist von Anfang an klar, wer der geheimnisvolle Heckenschütze ist, der die auf einem Autohof geparkten Lastwagen von einem Hügel aus beschießt, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Dumm nur, dass dabei ein Querschläger einen Fahrer tödlich trifft und Steffen Thewes dadurch zum Mörder wird. Dass der Täter von Anfang an bekannt ist, muss der Spannung nicht abträglich sein, viele Krimis bedienen sich dieses Kunstgriffs und machen daraus ein packendes Katz-und-Maus-Spiel zwischen Räuber und Gendarm. Doch genau das will bei diesem „Tatort“ nicht so recht klappen.

So stoßen Thorsten Falke und Julia Grosz bei ihren Ermittlungen allzu schnell auf den Zollbeamten Thewes. Der Mann braucht dringend viel Geld für eine Operation, die seine an einer komplizierten Krankheit leidende Tochter endlich von ihren unerträglichen Schmerzen befreien soll, und erpresst deshalb den wohlhabenden und reichlich zwielichtigen Spediteur Jimmy Aksoy (Eray Egilmez). Rasch trennen sich die Wege von Täter und Ermittler zwar wieder, doch von diesem Punkt an weiß der erfahrene Krimi-Zuschauer, dass es nur noch eine Frage der Zeit sein kann, bis der Fall gelöst ist.

Hamburg-“Tatort“: Lohnt sich das Einschalten?

Unser Fazit zum „Tatort“ aus Hamburg: Puh! Eher was für echte Fans.
© Foto: SWP Montage (dpa)

Natürlich entwickelt sich das Geschehen dann doch etwas anders als gedacht und zieht vor allem aus der Konfrontation des zu allem entschlossenen Erpressers Thewes mit dem überraschend abgeklärten Erpressungsopfer Aksoy einen gewissen Reiz. Doch der alles überwölbende Spannungsbogen ist viel zu früh beschädigt. Das furiose und zutiefst tragische Finale, in dem die Ermittler wie blutige Amateure agieren, reißt das Ruder einfach nicht mehr herum.

Die Bewertung:

1 Pistole: Lieber nochmal mit dem Hund raus.
2 Pistolen: Puh! Eher was für echte Fans.
3 Pistolen: Kann man nichts falsch machen.
4 Pistolen: Gucken! Spricht am Montag jeder drüber.