Dortmund / Martin Weber Höllentrip im Krankenhaus – Im neuen „Tatort“ aus Dortmund wird der von Jörg Hartmann gespielte Ermittler Faber von Wahnvorstellungen heimgesucht. Ob sich das Einschalten lohnt, erfahrt ihr hier.

In seinem unvollendeten Meisterwerk „Die Hölle“ schickte das französische Regiegenie Henri-Georges Clouzot in den sechziger Jahren seinen Protagonisten Marcel auf einen bösen Trip: Gequält von Eifersuchtsvisionen steigert sich dieser immer mehr in den Wahnsinn. Der arme Mann geht buchstäblich durch seine ganz persönliche Hölle, und genau das passiert auch dem Dortmunder Kommissar Peter Faber im „Tatort: Inferno“, der am Sonntag, 14. April 2019, um 20:15 Uhr im Ersten zu sehen ist und ebenfalls einen höllenmäßigen Titel hat. Geplagt von Wahnvorstellungen, in denen ihm seine einst bei einem Mordanschlag ums Leben gekommenen Frau und Tochter erscheinen, irrt der Ermittler in seinem speckigen Parka durch die Notfallaufnahme einer Klinik, die zum Schauplatz eines Mordes wurde, und nimmt den Zuschauer mit auf eine packende Reise in sein unterbewusstes Inferno.

„Tatort: Inferno“: Das passiert in Dortmund

Der ausgezeichnete Schauspieler Jörg Hartmann spielt den Ermittler am Rande des Nervenzusammenbruchs mit so viel Wucht und Glaubwürdigkeit, dass dabei die entscheidende Frage dieses Krimis fast in Vergessenheit gerät: Wer hat die Internistin Gisela Mohnheim im Aufenthaltsraum der Notfallaufnahme brutal mit einer Plastiktüte erstickt? Das Kripo-Team um Peter Faber und Martina Bönisch (Anna Schudt) prallt im Krankenhaus auf Profis, die es ebenfalls permanent mit Leid und Tod zu tun haben. Die Notaufnahme ist überlaufen, die Ärzte und Pfleger sind gestresst und kommen kaum dazu, um ihre ermordete Kollegin zu trauern. Außerdem sind sie schwer genervt von den Kommissaren, die zwischen dem Personal und den Patienten herumstolpern und versuchen, ihre Fragen loszuwerden.

Kommissar Faber kämpft mit Wahnvorstellungen

Einzig der weithin respektierte und mit einem doppelten Doktortitel ausgestattete Chef der Notfallaufnahme, Andreas Norstädter (Alex Brendemühl), bleibt cool und steht Faber Rede und Antwort. Außerdem merkt der Halbgott in Weiß schnell, dass mit Faber etwas nicht stimmt, was diesen gar nicht freut. Der Kommissar hat alle Hände voll zu tun, mit seinen unheimlichen Wahnvorstellungen fertigzuwerden und reagiert auf ungebetene Ratschläge allergisch. Seine Kollegen kümmern sich derweil um die wenigen Verdächtigen in diesem Fall, allen voran der Mann der Ermordeten, Paul Mohnheim (Karsten Mielke), der von seiner Frau betrogen wurde und bei seiner Befragung völlig ausrastet. Als dann ein Pfleger tot in seiner Wohnung gefunden wird, nehmen die Ermittlungen eine überraschende Wendung.

Lohnt sich das Einschalten?

Unser Fazit zum „Tatort“ aus Dortmund: Kann man nichts falsch machen.
© Foto: Collage

Gedreht wurde der neue „Tatort“ aus Dortmund überwiegend in nicht genutzten oder stillgelegten Bereichen des Dortmunder Klinikums, das im Film „Ruhr Emscher Klinik“ heißt. Aus dem Zusammenprall der beiden Welten Notfallmedizin und Mordkommission schlägt Regisseur Richard Huber so manchen dramaturgischen Funken. Seinen eigentlichen Reiz bezieht dieser ungewöhnliche Krimi aber aus der Frage, ob Peter Faber, der ja seit ein paar Episoden nach dem Mörder seiner Familie sucht, seine ganz persönliche Höllenfahrt fortsetzt oder noch einmal die Kurve kriegt. Letzteres wäre zu wünschen, denn der von Jörg Hartmann gespielte Kommissar zählt zweifellos zu den interessantesten Figuren der ARD-Krimireihe.

Die Bewertung:

1 Pistole: Lieber nochmal mit dem Hund raus.
2 Pistolen: Puh! Eher was für echte Fans.
3 Pistolen: Kann man nichts falsch machen.
4 Pistolen: Gucken! Spricht am Montag jeder drüber.

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