Simon Desue
: „Todesstrafe!“, „Schwerverbrecher!“ Community fordert harte Konsequenzen für YouTube-Star

Nach der angeblichen Festnahme von Simon Desue in Dubai tobt die Community auf Instagram. Einige fordern harte Strafen oder gar die Todesstrafe.
Von
Judith Müller
Dubai
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Der ehemalige YouTube-Star Simon Desue soll in Dubai wegen Drogenbesitzes festgenommen worden sein. Bei Instagram werden die Reaktionen immer heftiger.

Der ehemalige YouTube-Star Simon Desue soll in Dubai wegen Drogenbesitzes festgenommen worden sein. Bei Instagram werden die Reaktionen immer heftiger.

Instagram @simondesue

Die angebliche Festnahme von Simon Desue in Dubai hat auf Instagram für heftige Reaktionen gesorgt. Einige Follower gehen so weit, die Todesstrafe für den Influencer zu fordern. Kommentare wie „Todesstrafe!“, „Und da sitzt er im Knast. Mindestens 10 Jahre und bekommt danach ein Einreiseverbot. Sehr geil. Halte dich fern aus den Emiraten, du Clown!“ oder „Endlich sitzt dieser SCHWERVERBRECHER! Hoffentlich sitzt er mal ein paar Dekaden…“ zeigen, wie stark Schadenfreude, Hass und moralische Empörung vermischt sind.

Frühe Skandale prägen die öffentliche Wahrnehmung

Die extremen Reaktionen hängen eng mit Desues früheren Kontroversen zusammen. 2019 veröffentlichte er zwei Videos, in denen er vorgab, sich im Darknet 10.000 Euro zu beschaffen und das Falschgeld bei einer bestimmten Anzahl von Likes für Einkäufe zu nutzen. Bei einer Durchsuchung wurden 9850 Euro des vermeintlichen Falschgeldes konfisziert.

Anfang 2020 musste er sich wegen des Verdachts der Vortäuschung einer Straftat vor Gericht verantworten, erklärte jedoch, sein Kanal sei fiktiv und diene der Unterhaltung. Da ihm keine vorsätzliche Straftat nachgewiesen werden konnte, sprach ihn die Hamburger Staatsanwaltschaft frei.

Wenige Wochen später sorgte Desue erneut für Schlagzeilen mit seiner sogenannten „Instagram University“, die kostenpflichtige Online-Kurse rund um sein Luxusleben anbot und laut Recherchen Elemente eines Schneeballsystems enthielt. Zudem fiel er 2020 durch eine Fake-Spendenaktion auf, die vorgab, Team Trees und die Arbor Day Foundation zu unterstützen. 10.000 Euro wurden über die Plattform GoFundMe gesammelt und später an die Spender zurückerstattet.

Auswanderung nach Dubai und Kritik von Jan Böhmermann

Simon Desue zog 2019 nach Dubai, weil er in Deutschland angeblich nicht frei über die Inhalte seiner Videos bestimmen konnte. In der RTL-Serie „Dubai Diaries“ erklärte er 2022, dass es zunehmend schwierig geworden sei, regelmäßig Inhalte zu produzieren, und dass er nach neuen Lebensperspektiven suche.

Der Satiriker Jan Böhmermann kritisierte Desue unter anderem dafür, dass er mit deutscher Reichweite in Dubai Geld verdiene, dort aber keine Steuern zahle und sich strenger Zensur unterwerfe. Beiträge müssten positiv über Dubai berichten, politische oder religiöse Äußerungen seien tabu. Böhmermann warf Desue Doppelmoral vor, weil er in Dubai Inhalte ebenfalls nicht frei bestimmen könne und den Schritt vor allem aus finanziellen Gründen gegangen sei.

Instagram eskaliert: Hass, Schadenfreude und Verteidigung

Die Kommentare unter Desues Instagram-Beiträgen zeigen deutlich, wie die Community reagiert. Neben extremen Forderungen nach Haftstrafen oder gar Todesstrafe gibt es auch Stimmen, die zur Mäßigung aufrufen und betonen, dass niemand die vollständige Wahrheit kennt. Viele Nutzer posten GIFs von Bugs Bunny oder SpongeBob im Gefängnis, um ihre Schadenfreude visuell zu unterstreichen.

Diese Mischung aus viraler Aufmerksamkeit, früheren Skandalen und mutmaßlicher Festnahme zeigt, wie Influencer schnell an den digitalen Pranger gestellt werden können. Während einige Nutzer harte Strafen fordern, verteidigen andere Simon Desue gegen die öffentliche Verurteilung und kritisieren die teilweise hasserfüllten Kommentare.