Berlin / Claudia Reicherter  Uhr

„I’m Every Woman“ nennt die Schwedin Liv Strömquist ihr drittes jetzt auf Deutsch erschienenes Buch. Den Titel entleiht die gefeierte Comiczeichnerin und Politikwissenschaftlerin einem Song Chaka Khans aus ihrem Geburtsjahr 1978. Wie in ihren früheren Werken „Der Ursprung der Welt“ und „Der Ursprung der Liebe“, in denen es um die Tabuisierung von Vulva und Menstruation ging, illustriert die außergewöhnliche Künstlerin fundierte Texte samt wis­­­sen­schaftlicher Quellenangaben zu einem feministischen Thema mit spitzen, humorvollen, treffenden Zeichnungen und Fotos. Über eine Hitliste der „Unsäglichsten Lover der Weltgeschichte“, in der sie die Entstehung von Edvard Munchs „Der Schrei“ erklärt, führt die Graphic Novel über Priscilla Presleys Emanzipation von Elvis und Fragen über Barbapapa zu Yoko Ono – eine so genüssliche wie lehrreiche Lektüre (Avant Verlag, 112 Seiten, 20 Euro).

Vergangenes Jahr  sind schon Julia Zejns großartige Graphic Novel „Drei Wege“ (Avant, 184 Seiten, 25 Euro) über die Lebenswege fiktiver und Pénélope Bagieus „Unerschrocken 1 + 2“ (Reprodukt, 144/168 Seiten, 24 Euro) über die Biografien historischer Frauen erschienen.

Zum Weltfrauentag im Jahr des 100-jährigen Bestehens des Frauenwahlrechts in Deutschland gibt es nun im Zwerchfell-Verlag mit „Heraus aus der Finsternis“ auch ein aufklärerisches Kinder-Comic mit Verweisen auf Ausstellungen im Historischen und Jungen Museum Frankfurt. Serpentina Hagner („Der Märchenmaler von Zürich“, Edition Moderne) hat für die Ausstellung „100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland“ im Berliner Reichstag Graphic-Novel-artige Tafeln zur „Entstehungsgeschichte einer Selbst­verständlichkeit“ gezeichnet.

Eine lohnende, humoristische Annäherung ans Geschlechter­thema liefert zudem Nicolas Mahler mit „Wir müssen reden!“ (Edition Moderne, 56 Seiten, 14,80 Euro).