Kilian Kerner „Die gestohlenen Kinder“
: In der ersten Reihe bei der Berlin Fashion Week 2025

Für die Südwest Presse durfte ich die neue Kollektion „Die gestohlenen Kinder“ von Kilian Kerner aus der ersten Reihe erleben – ein Moment voller Mode, Emotionen und einer Geschichte, die unter die Haut geht.
Von
Judith Müller
Berlin
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Redakteurin Judith Müller war bei der Berlin Fashion Week.

Redakteurin Judith Müller war bei der Berlin Fashion Week.

Judith Müller

Ich durfte heute live dabei sein, als Kilian Kerner seine neue Kollektion „DDR. Die gestohlenen Kinder“ in der Uber Arena präsentierte – und saß buchstäblich nur einen Meter vom Laufsteg entfernt. Ein Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde. Nicht nur, weil ich prominente Designer wie Marina Hoermanseder und Thomas Hayo von „Germanys Next Topmodel“ treffen durfte – sondern auch wegen des wichtigen Themas, das Kilian Kerner aufgegriffen hat.

Model Alex Mariah Peter und Designerin Marina Hoermanseder.

Model Alex Mariah Peter und Designerin Marina Hoermanseder.

Judith Müller

Die ersten Eindrücke: Die Atmosphäre war elektrisierend. Von meinem Platz konnte ich jedes Detail der Stoffe, Schnitte und Accessoires sehen – jedes Modell kam mir so nah vor, als könnte ich die Emotionen in ihren Blicken greifen.

Eine Kollektion mit politischer Botschaft

Die Models liefen mit Menschen über den Laufsteg, die ihre Angehörigen vermissen. Die Atmosphäre war bedrückend.

Die Models liefen mit Menschen über den Laufsteg, die ihre Angehörigen vermissen. Die Atmosphäre war bedrückend.

Judith Müller

Die Show von Kilian Kerner stand ganz im Zeichen eines Themas, das nicht nur Mode, sondern auch Gesellschaft berührt: Die verdrängte Geschichte der „gestohlenen Kinder“ in der DDR. Schon bevor der erste Look über den Catwalk lief, war klar: Diese Kollektion würde mehr sein als nur Mode – sie ist eine Mahnung, ein Erinnern, ein Aufrütteln.

In Zusammenarbeit mit dem Verein „Die gestohlenen Kinder“ hat Kilian Kerner diese Show vorbereitet. Von der ersten Reihe aus konnte ich die emotionale Kraft der Looks spüren – jedes Outfit war wie ein Kapitel dieser traurigen Geschichte, übersetzt in Stoff, Schnitt und Bewegung.

Kilian Kerners Kollektion ist ernst, aber nicht farblos. Diese Blumenkleid war ein echter Hingucker.

Kilian Kerners Kollektion ist ernst, aber nicht farblos. Diese Blumenkleid war ein echter Hingucker.

Judith Müller

Was mir von der Front Row besonders in Erinnerung bleibt

Neben den Kreationen war es auch das Publikum: Designer, Promis, Branchenkenner – alles saß nur ein paar Sitze entfernt. Man spürte diese besondere Mischung aus Glamour, Ernsthaftigkeit und Aufbruchsstimmung.

Auch Moritz, der Sieger der diesjährigen Staffel von Germanys Next Topmodel, war als Model auf dem Laufsteg von Kilian Kerner.

Auch Moritz, der Sieger der diesjährigen Staffel von Germanys Next Topmodel, war als Model auf dem Laufsteg von Kilian Kerner.

Judith Müller

Besonders bewegt hat mich, dass die Angehörigen der verlorenen Kinder sowohl auf der großen Leinwand gezeigt wurden, als auch mit Schildern, die zur Gerechtigkeit aufriefen, über den Laufsteg gelaufen sind. Spätestens da hatte auch der letzte Besucher Gänsehaut. Die Wut und die Hilflosigkeit und auch die Verzweiflung waren greifbar.

Für den finalen Walk trugen die Models schwarze T-Shirts mit der Aufschrift „Wo sind unsere Kinder?“ und liefen geschlossen wie eine Demonstration mit den Schwestern, Brüdern, Cousinen, Großeltern, Onkels und Tanten der verschollenen DDR-Kinder über den Runway.

Ein Model zeigt die neue Kollektion des Designers Kilian Kerner.

Ein Model zeigt die neue Kollektion des Designers Kilian Kerner.

Judith Müller

Kilian Kerner hat es wieder einmal geschafft, Mode als Ausdrucksmittel für gesellschaftliche Missstände zu nutzen – direkt vor meinen Augen.

Warum dieser Platz so besonders ist

Die erste Reihe ist mehr als ein guter Sitzplatz – sie ist eine Einladung, Mode hautnah zu fühlen. Für die Südwest Presse durfte ich diese Erfahrung exklusiv machen und kann sagen: Näher dran an Kilian Kerner und seiner Vision geht es nicht.