Fritz Wepper ist tot
: Fernsehlegende im Alter von 82 Jahren gestorben

Lange Jahre hatte der Schauspieler mit verschiedenen Krankheiten zu kämpfen. Nun ist er Angaben seiner Frau zufolge im Hospiz „friedlich eingeschlafen“.
Von
David Hahn
München
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Fritz Wepper ist im Alter von 82 Jahren verstorben. Alle Infos zu dem bekannten Schauspieler im Überblick.

Felix Hörhager/dpa

Rund fünf Monate nach seinem Bruder Elmar ist auch Fritz Wepper gestorben, am Montag im Alter von 82 Jahren, wie sein Anwalt und guter Freund Norman Synek mitteilte. Seine Ehefrau Susanne Kellermann berichtete der „Bild“, dass ihr Ehemann am Montag um 09:45 im Hospiz „friedlich eingeschlafen“ sei. Alle Infos zu seinem Leben, seiner Karriere als Schauspieler und seiner Familie im Überblick.

Fritz Wepper im Alter von 82 Jahren gestorben

Der Schauspieler Fritz Wepper ist tot. Wepper starb am Montagmorgen in einem Hospiz in Oberbayern, wie die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf seine Ehefrau Susanne Kellermann berichtete. Wepper wurde 82 Jahre alt.

Fritz und Elmar: Die Wepper–Brüder

Es gab vieles, was die Wepper–Brüder verbunden hat. Die Liebe zur Schauspielerei oder die Leidenschaft fürs Fliegenfischen etwa. So manchen Schicksalsschlägen zum Trotz bewahrte sich der Münchner seinen Optimismus, auch weil er immer seinen jüngeren Bruder Elmar an seiner Seite wusste. Ihre Kindheit hatte sie zusammengeschweißt und in ihnen die gleiche Leidenschaft geweckt — zur Schauspielerei.

Die Schauspielerei — eine Leidenschaft, die Wepper mit seinem Bruder Elmar teilte, der etwa in Doris Dörries hochgelobtem Kinofilm „Kirschblüten — Hanami“ mitspielte. Auch das Angeln begeisterte sie, insbesondere das Fliegenfischen. „Daraus ist ein wunderbares Ritual gewachsen“, sagte Elmar Wepper mal der „Bild am Sonntag“. „Wenn wir uns länger aus beruflichen Gründen aus den Augen verlieren, sagen wir: Lass uns ans Wasser gehen.“ Danach den frischen Fang eine Viertelstunde räuchern, dazu einen sehr guten Wein, und dann erschöpfe sich das Gespräch in „mmh, aah und Prost“, sagte Wepper. Doch etwas hatte der Ältere ihm voraus: „Seine Spontaneität würde ich mir manchmal wünschen“, hatte Elmar mal über seinen großen Bruder gesagt.

Fritz Wepper: Leben und Privates

Weppers Kindheit war entbehrungsreich. Sein Vater wurde 1944 während des Zweiten Weltkrieges in Russland als vermisst gemeldet. Die Mutter zog Fritz und den fast drei Jahre jüngeren Bruder Elmar allein groß. Traurig ging es aber nicht zu. Seine Mutter sei sehr kultiviert gewesen und habe ihnen das Lachen beigebracht. „Von meiner Mutter und meiner Großmutter habe ich gelernt, Dinge nicht so ernst zu nehmen“, sagte Wepper einmal. Eines ihrer Vergnügen: Mit dem Kasperletheater spielen. Gerne erzählte er auch von Abenteuern mit anderen Kindern im zerbombten München der Nachkriegszeit, wo sie über Trümmergrundstücke kletterten und alles erforschten.

Zu Weppers liebsten Helden auf der Leinwand zählte ein Duo, das mit Selbstironie und viel Humor auftrat: Walter Matthau und Jack Lemmon, bekannt aus Komödien wie „Der Glückspilz“ oder „Ein seltsames Paar“. Auch der Münchner Komiker Karl Valentin hatte es ihm schon früh angetan und seine Begeisterung für Film und Theater geweckt, ebenso wie die vergnüglich–philosophische Filmreihe „Don Camillo und Peppone“.

Frau und Kinder: Fritz Wepper

Ansonsten schirmte Fritz Wepper sein Privatleben lieber ab. 1979 heiratete er seine Freundin Angela, die zwei Töchter in die Ehe brachte. 1981 wurde Sophie geboren, inzwischen selbst Mutter. 2009 dann ein Skandal: Weppers Beziehung zur mehr als 30 Jahre jüngeren Susanne Kellermann wurde publik. Die beiden bekamen eine Tochter, trennten sich dann bald nach der Geburt und Wepper kehrte zu seiner Gattin zurück. Nach dem Tod Angela Weppers 2019 lebte die alte Liebe zu Kellermann wieder auf, 2021 gab es sogar eine heimliche Hochzeit.

Fritz Wepper: Karriere als Schauspieler

Umso glücklicher war Wepper, als er 1952 selbst auf der Bühne stehen durfte, im Kinderstück „Peter Pan“ des Münchner Staatstheaters. Sieben Jahre später dann der Durchbruch, auch international, mit Bernhard Wickis Antikriegsfilm „Die Brücke“. Weitere Angebote folgten, etwa für den Film „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“.

Fritz Wepper war umschwärmt und wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bayerischen Fernsehpreis. Und er genoss das Jet–Set–Leben. „Fritzi hat Besitzerstolz, ist Sammler, Jäger und Fischer mit Leidenschaft. Auf Genuss zu verzichten, ist nicht Teil seiner DNA“, charakterisierte der Schauspieler Bernd Herzsprung seinen guten Freund. Illuster auch die Reihe der Menschen, die Wepper kannte. Mit Iris Berben drehte er 1968 den Krimi „Der Mann mit dem Glasauge“. Er feierte mit Leopold Prinz von Bayern, tanzte mit Schwedens Königin Silvia und verstand sich mit der US–Schauspielerin Liza Minnelli, die er beim Dreh des Musicals „Cabaret“ kennenlernte. Minnelli hatte einige Wochen zuvor ihrem guten Freund Genesungswünsche überbracht, als es schon schlecht um ihn stand: „Bitte betet für Fritz, dass er den Frieden und die Liebe bekommt, die er immer in so viele Leben gebracht hat, auch in meines. Fritz, ich liebe Dich, jetzt und immer, Liza“.

Fritz Wepper: Krankheit

In den vergangenen Jahren litt Wepper unter großen gesundheitlichen Problemen. Nach mehreren Krebserkrankungen 2021, musste er auch wegen einer Erkrankung an COVID–19 monatelang im Krankenhaus behandelt werden. Nach einer Blutvergiftung Ende 2023 wurde im März 2024 bekannt, dass Fritz Wepper in ein Hospiz verlegt wurde. Dort ist er nun im Alter von 82 Jahren verstorben. Sein Bruder Elmar, der ebenfalls Schauspieler war, starb erst im Oktober 2023.

Beerdigung im Kimono

Doch Wepper war ein Kämpfer — auch in gesundheitlicher Hinsicht. Er wurde am Herzen operiert und wehrte sich mit aller Macht gegen den Krebs. Immer wieder musste er sich im Krankenhaus behandeln lassen. Was er über sein eigenes Sterben dachte, verriet er 2021 in seiner Autobiografie „Ein ewiger Augenblick“. „Dass ich irgendwann sterben werde, habe ich akzeptiert. Aber das Wie bereitet mir Sorgen. Niemand wünscht sich ein qualvolles Ende.“

Für sein Ende hatte Wepper noch selbst Vorsorge getroffen, mit einem Testament und mit Wünschen für den Tag seiner Beisetzung im Familiengrab in München. „Beerdigt werden möchte ich in meinem schwarzen Kimono, den ich zum Meditieren trage“, schrieb er in seinem Buch. Dazu wolle er ein buddhistisches Armband mit hölzernen Perlen tragen, „beides Symbole des Loslassens“.

(Mit Material von dpa und AFP)