ESC 2025
: Spanien verlangt Diskussion über Israels Startplatz

Spanien fordert Israels Ausschluss vom ESC. Aber so einfach ist das gar nicht. Wie politisch darf der Musikwettbewerb sein?
Von
Judith Müller
Basel
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Eine Fahne mit dem offiziellen Design des Eurovision Song Contest (ESC) 2025 hängt in einem Club in Basel.

Eine Fahne mit dem offiziellen Design des Eurovision Song Contest (ESC) 2025 hängt in einem Club in Basel.

picture alliance/dpa
  • Spanien fordert Diskussion über Israels ESC 2025 Teilnahme wegen Gaza-Krise.
  • RTVE äußert Bedenken zur Teilnahme Israels und fordert EBU-Diskussionsforum.
  • EBU hält an Teilnahme Israels fest, trotz 10.000 Unterschriften gegen Israel.
  • Israel nominiert Yuval Raphael, Überlebende des Hamas-Angriffs, für ESC 2025.
  • Debatte: Politische Konflikte beeinflussen den unpolitischen ESC.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die spanische Rundfunkanstalt RTVE hat offiziell eine Diskussion über die Teilnahme Israels am Eurovision Song Contest 2025 gefordert. Hintergrund ist die anhaltende militärische Lage im Gazastreifen. Ein entsprechender Brief wurde an die Europäische Rundfunkunion (EBU) übermittelt – die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten.

RTVE stellt Teilnahme Israels infrage

In einer schriftlichen Mitteilung an die EBU forderte RTVE ein Diskussionsforum unter den Mitgliedssendern, um die Teilnahme des israelischen öffentlich-rechtlichen Rundfunksenders KAN zu überprüfen. Der Sender begründet diesen Vorstoß mit der aktuellen Lage in Gaza und stellt die Frage, ob eine uneingeschränkte Teilnahme unter diesen Umständen noch vertretbar sei.

Wörtlich heißt es von RTVE:
„Es wäre angemessen, wenn die EBU die Existenz dieser Debatte anerkennen und ein Diskussionsforum für die EBU-Mitgliedssender bereitstellen würde.“

EBU hält an Teilnahme fest

Die EBU hat auf die Forderung reagiert und Verständnis für die geäußerten Bedenken signalisiert. Gleichzeitig bleibt sie bei ihrer Position:
Alle Mitglieder der EBU sind grundsätzlich teilnahmeberechtigt – auch Israel.

Im März waren in Finnland bereits zwei Petitionen mit insgesamt über 10.000 Unterschriften eingereicht worden, die den Ausschluss Israels forderten. Auch beim ESC 2024 in Malmö hatte es Proteste gegeben.

Israel wird von Yuval Raphael vertreten

Trotz der Kritik wird Israel beim ESC 2025 in Basel vertreten sein. Die Sängerin Yuval Raphael, eine Überlebende des Hamas-Angriffs vom 7. Oktober 2023, wurde vom Sender KAN nominiert. Die Wahl der Künstlerin hat für Diskussionen gesorgt – sowohl aus politischer als auch aus symbolischer Perspektive.

Spannungsfeld zwischen Kultur und Politik

RTVE ist bislang der erste große Sender, der eine offene Debatte innerhalb der EBU verlangt. Die zentrale Frage: Wie politisch darf – oder muss – ein Wettbewerb wie der ESC sein? Die Veranstalter betonen stets, dass der Eurovision Song Contest unpolitisch sei. Doch die Ereignisse der letzten Jahre zeigen, dass sich politische Konflikte längst auf die ESC-Bühne auswirken.