Trotz verheerender Buschbrände in Australien startet RTL am Freitagabend erneut eine Staffel des Formats „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“. Die Ekelshow wird bereits zum 14. Mal aus dem australischen Dschungel übertragen und gehört trotz sinkender Zuschauerzahlen jedes Jahr zu den Quotengaranten des Kölner Privatsenders.

Vor Beginn der aktuellen Staffel hatten Politiker und Internetnutzer Kritik vorgebracht, dass es geschmacklos sei, die Unterhaltungsshow auszustrahlen. In Australien fürchten derzeit viele Einwohner um ihre Existenz, rund eine Milliarde Tiere sind laut Experten in den Feuern umgekommen. RTL will während der Staffel immer wieder auf die Thematik eingehen, das obligatorische Lagerfeuer wurde gestrichen.

Berlin

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Zu den zwölf Kandidaten, die im Camp Ekelprüfungen absolvieren müssen und sich vorwiegend von Reis und Bohnen ernähren, sind Schauspielerin Sonja Kirchberger („Die Venusfalle“), Ex-Boxer Sven Ottke und der frühere Bundesverkehrsminister Günther Krause. Die Buchmacher der Plattform „Wettbasis“ prophezeien dem ehemaligen „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“-Darsteller Raúl Richter die höchsten Chancen auf den Gewinn.

Richter hatte sich vor Beginn des Camps medienwirksam Gedanken darüber gemacht, ob es richtig ist, an der Unterhaltungsshow festzuhalten, wenn auf dem Kontinent die großen Feuer wüten. Er kündigte außerdem an, in der Show den Klimawandel thematisieren zu wollen.

Feuer in Australien: Das sagt RTL

Ein RTL-Sprecher betonte: „Wir nehmen die Situation in Australien sehr ernst. Wir haben uns auch mit teils direkt betroffenen australischen Crewmitgliedern ein persönliches Bild von der Situation gemacht. Die Buschbrände werden in der Sendung thematisiert.“ In jedem Fall haben die Feuer Auswirkungen auf die Kandidaten, die nicht mehr am Lagerfeuer sitzen können, weil das aus Sicherheitsgründen durch einen Campingkocher ersetzt wird - zum ersten Mal in der Geschichte der deutschen Show.

Das Feuer spielte bislang eine wichtige Rolle in der von Daniel Hartwich und Sonja Zietlow moderierten Show. Es war viel mehr als nur die Kochstelle. Stets musste es nachts von mindestens zwei Campern bewacht werden, damit es nicht erlischt. So kam es dann oft zu den großen, tränenreichen Dschungel-Geständnissen oder fiesen Lästereien, die das Unterhaltungsformat ausmachen.