Doctor Who
: Das Ende der neuesten Folge schockiert

Die neueste Folge schockiert mit einem Ende, dass eine zunächst recht oberflächliche Folge, zu einem Highlight der Staffel macht.
Von
Till Wölki
Berlin
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In der neuen Folge tauchen der Doctor und Ruby hauptsächlich in kleinen Fenstern auf.

In der neuen Folge tauchen der Doctor und Ruby hauptsächlich in kleinen Fenstern auf.

Bad Wolf/Disney+

Am 1.6. ist mit "Dot und Bubble" die fünfte Folge der vierzehnten Staffel von Doctor Who erschienen. Die Folge behandelt oberflächlich die Gefahren von Social Media, stellt diese aber zum Ende hin in einen viel dunkleren Kontext.

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Sowie in der letzten Folge "73 Yards" liegt der Fokus dieser Folge zum Großteil nicht auf dem Doctor, doch zudem müssen Zuschauer den Großteil der Folge auch ohne Ruby Sunday auskommen. Die Handlung folgt Lindy, einer Einwohnerin der Stadt "Finetime" auf einem weit entfernten Planeten. Die Bewohner der Stadt leben fast den ganzen Tag umschlossen von einer "Bubble", die von einem "Dot" generiert wird und als eine Art Smartphone funktioniert, die das ganze Sichtfeld einschließt. Dies geht sogar so weit, dass durch Richtungsangaben vermieden wird, dass die Bewohner jemals die Bubble ausschalten müssen. Kurz nach Beginn wird Lindy über ihre Bubble jedoch vom Doctor kontaktiert, der versucht sie über Monster in der echten Welt zu warnen. Es stellt sich heraus, dass die Stadt von riesigen Schneckenmonstern angegriffen und die Bewohner einer nach dem anderen gefressen werden. Ruby und der Doctor versuchen Lindy und die anderen Bewohner aus der Entfernung in Sicherheit zu lotsen und ihnen zu helfen, die Monster zu umgehen. Was sich jedoch als besonders schwer herausstellt, da die Bewohner von Finetime absolut unfähig sind, sich ohne ihre Bubble zurechtzufinden. Zudem stellt sich heraus, dass der Dot, der die Bubbles erzeugt und jede Sekunde um die Bewohner kreist, ein eigenes Bewusstsein entwickelt und begonnen hat, die Bewohner zu hassen und absichtlich an die Monster verfüttert.

Das dramatische Ende

Was zuerst vielleicht wie eine recht oberflächliche Kritik von Smartphones und Social Media klingt, da mit den "Bubbles" ein eindeutiger Verweis auf den Filterblasen-Effekt besteht, stellt sich im Finale der Folge um einiges düsterer heraus. Nachdem Lindy an einen sicheren Ort entkommen konnte, wo der Doctor und Ruby bereits auf sie warten und andere Bewohner ansammeln konnten, bietet der Doctor ihnen an, sie mit der Tardis an einen sicheren Ort zu bringen. Diese lehnen dies jedoch ab und wollen sich lieber selbst durch die Wildnis schlagen, in der sie wahrscheinlich nicht überleben werden. Auch wenn es die Folge vielleicht nicht Wort für Wort ausspricht, macht die Folge durch einige spezifische Dialogwahlen klar, dass die Bewohner von Finetime extrem rassistisch gegenüber dem von Ncuti Gatwa gespielten Doctor sind. So begründet Lindy die Ablehnung mit "Weil sie Sir, keiner von uns sind". Eine andere Bewohnerin bezeichnet die Tardis als "Voodoo" und ein weiterer sagt, dass sie durch den Umgang mit dem Doctor in Gefahr sind "kontaminiert" zu werden, was allesamt Aussagen sind, die oft von Rassisten in unserer echten Welt genutzt wurden und werden. Aufmerksamen Zuschauern fällt an dieser Stelle wohl auch auf, dass alle Bewohner von Finetime weiß sind und andere kleine Hinweise über den Verlauf der Folge stehen nun auch in einem neuen Licht da. So blockiert Lindy den Doctor am Anfang der Folge und als er sich wieder meldet, bemerkt sie zuerst gar nicht, dass er dieselbe Person ist. Ihre Worte sind "Ich dachte, du siehst nur aus wie der-". Was beim ersten Mal vielleicht nur auf eine generelle Ignoranz hindeutet, ist jetzt jedoch um einiges klarer als ein rassistisches Klischee erkennbar. Dies verändert auch die Aussage der Folge über Filterblasen. Während es zunächst wie eine recht generische Aussage über die jungen Leute wirkt, die viel zu viel an ihren Telefonen hängen, scheint es inzwischen eine direkte Referenz zu Leuten zu sein, die sich in ihren Filterblasen radikalisieren und etwa dem "White-Supremacy" Gedankengut anhängen, dass durch diese Blasen immer weiter gefördert wird. Darein passt auch der Charakter von Ricky, der Lindy über die Folge hinweg hilft und als einziger Bewohner zurechtzukommen scheint, da er sich schon vorher oft ausgeklinkt hat und seine Zeit außerhalb der Bubbles verbrachte. Am Ende der Folge rettet er Lindy zwar das Leben, jedoch opfert diese ihn gezielt und lässt ihn zum Sterben zurück.

Was wird hinter den Kulissen gesagt?

Der Autor der Folge und Showrunner Russel T. Davies macht diesen Punkt in einem "Behind the Scenes"-Video auf dem offiziellen Doctor Who YouTube-Kanal besonders klar. In diesem sagt er etwa: "Von dem Moment an, als wir Ncuti gecastet haben, hat mir jeder gesagt: 'Oh mein Gott, wie wird das wohl, wenn er in die Vergangenheit reist? Weil ein dunkelhäutiger Doctor so viel Rassismus begegnen wird.' Und du sitzt dann da und sagst: 'Was ist mit jetzt? Warum denkst du, dass Rassismus nur in der Vergangenheit ist, wenn du dir mal anguckst, was gerade in der Welt passiert?'"

Doctor Who erscheint aktuell jeden Samstag mit einer neuen Folge auf Disney+. Die nächste Folge wird den Namen „Rogue“ tragen und sich laut der Vorschau scheinbar um Aliens, die im frühen 19. Jahrhundert auf der Erde in der "High-Society" unterwegs sind, drehen.