Bares für Rares vom 03.11.26: Kurioses Porzellan-Objekt sorgt für peinlichen Moment bei Horst Lichter

Horst Lichter ist peinlich berührt, als er das heutige Objekt sieht.
ZDFEin hübsches Porzellangefäß mit blauen Blüten sorgt heute bei „Bares für Rares“ für eine überraschende Enthüllung. Horst Lichter ist zunächst fast schon peinlich berührt, als Kunsthistorikerin Friederike Werner das Objekt genauer unter die Lupe nimmt. Denn die vermeintliche Sauciere ist in Wahrheit ein ganz besonderes Utensil aus vergangenen Jahrhunderten. Im Händlerraum findet sich schließlich ein Käufer für das kuriose Stück.
Horst Lichter ahnt, was sich hinter dem Porzellangefäß verbirgt
Sabine und Harry Wehner aus dem Fichtelgebirge bringen ein hübsches Porzellangefäß mit Henkel und weißen Blümchen zu „Bares für Rares“. Sabine erzählt, dass sie das Stück aus einer Haushaltsauflösung hat. Weil das Muster so gut zu ihrem übrigen Geschirr passe, habe sie zunächst sogar überlegt, es als Sauciere zu verwenden.
Als sie jedoch erfahren habe, wofür das Gefäß tatsächlich gedacht ist, habe sie lieber darauf verzichtet. Horst Lichter betrachtet das Porzellan und kommentiert: „Ich würde mal sagen, peinlich berührt bin ich insofern nicht, aber es ist nicht für Soßen gedacht, das weiß ich.“
Der Moderator vermutet bereits, worum es sich handeln könnte. „Ich vermute, was es sein könnte, ich will es nicht aussprechen“, sagt er. Als Gastronom weiß er, dass eine Sauciere normalerweise einen Ausguss besitzt. Bei diesem Gefäß fehlt dieser jedoch.
Friederike Werner erklärt die kuriose Funktion des Meissener Porzellans
Kunsthistorikerin Dr. Friederike Werner übernimmt die Expertise und bestätigt zunächst, dass es sich um ein Stück der Porzellanmanufaktur Meissen handelt. Das Gefäß sei ungewöhnlich groß und biete ordentlich Platz.
Dann folgt die überraschende Auflösung: Bei dem Porzellan handelt es sich um einen sogenannten Bourdalou, ein tragbares Urinal für Frauen.
Das Utensil wurde im 18. Jahrhundert erfunden und bis weit in die Mitte des 19. Jahrhunderts verwendet. Vor allem Frauen aus wohlhabenden Gesellschaftsschichten nutzten es, wenn sie bei längeren Veranstaltungen nicht einfach den Raum verlassen konnten. Dazu gehörten beispielsweise Gottesdienste, Festlichkeiten oder Konzerte.
Eine Kammerzofe konnte das Gefäß diskret mitführen, sodass ihre Herrin ihre Notdurft verrichten konnte, ohne den Veranstaltungsort verlassen zu müssen.
Trotz seiner ungewöhnlichen Funktion ist das Porzellan für Friederike Werner ein besonders schönes Stück. Sie hebt das asymmetrische Rankenmuster mit den blauen Blüten hervor und lobt die liebevolle Gestaltung.
Die Expertin datiert das Gefäß auf die Zeit um 1860 bis 1870. Dafür sprechen die Knaufschwerter, die Meissen in dieser Zeit als Stempel verwendete. Das Stück befindet sich in einem hervorragenden Zustand und ist erste Wahl.
500 Euro Wunschpreis: Was ist der Bourdalou wert?
Für den kuriosen Porzellan-Bourdalou wünschen sich Sabine und Harry Wehner 500 Euro. Friederike Werner schätzt den Wert auf 400 bis 500 Euro. Damit liegt der Wunschpreis der Verkäufer im Rahmen der Expertise.
Im Händlerraum sorgt das Objekt zunächst für ungläubige Blicke. Händler Daniel Meyer erklärt, er habe bereits vieles von Meissen, dieses Stück allerdings noch nicht. „Ist es das, was wir denken?“, fragt er die Verkäufer.
Sabine und Harry bestätigen die Vermutung und erzählen, dass sie das Gefäß zunächst für eine Sauciere gehalten hätten.
Als die Händler die genaue Funktion des Porzellans erfahren, sind sie sichtlich überrascht. Daniel Meyer weiß, dass Bourdalous nicht leicht zu verkaufen sind. Dennoch möchte er das außergewöhnliche Stück haben und bietet zunächst 180 Euro.
Schließlich kann er sich auf 200 Euro steigern. Die Verkäufer sind einverstanden und verkaufen den ungewöhnlichen Gegenstand an den Händler.
Meyer kommentiert den Kauf mit einem Lachen: „Manche Dinge probiert man ja gerne zu Hause aus, das werde ich in diesem Fall nicht tun.“
Die wichtigsten Steckbriefe von „Bares für Rares“ im Überblick
- Horst Lichter
- Dr. Heide Rezepa-Zabel
- Sven Deutschmanek
- Detlev Kümmel
- Wendela Horz
- Colmar Schulte-Goltz
- Dr. Bianca Berding
- Annika Raßbach
- Walter „Waldi“ Lehnertz
- Susanne Steiger
- Wolfgang Pauritsch
- Fabian Kahl
- Daniel Meyer
- Julian Schmitz-Avila
- Steve Mandel
- Sarah Schreiber
- Benjamin Leo Leo
- Jos van Katwijk
- Anaisio Guedes
- Ferdinand Resul Adanir
