„Flirt“ bei Bares für Rares
: Verkäufer kommt Händlerin zu nah – Kollege muss eingreifen

Ein Verkäufer überschreitet beim Ringverkauf die üblichen Grenzen. Er will einfach nicht den Händlertisch verlassen.
Von
Judith Müller
Köln
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Lisa lacht, aber Rudolf kommt ihr ein bisschen zu nah.

Lisa lacht, aber Rudolf kommt ihr ein bisschen zu nah.

ZDF-Mediathek

Ein stilvoller Damenring aus der Zeit um 1920 sorgt in der heutigen „Bares für Rares“-Folge (6. August 2025) nicht nur wegen seines Designs für Aufsehen – auch der Verkäufer sorgt für eine Szene, die selbst im Händlerraum selten ist.

Jugendstil trifft Art déco: Der Ring im Detail

Der Ring, den Rudolf aus Berlin gemeinsam mit seinem Neffen Bernd aus Bad Godesberg mitbringt, ist ein echtes Schmuckstück. Gefertigt um 1915 bis 1920, kombiniert er 750er Gelbgold mit einer Platinauflage. In die Fassung eingearbeitet sind kleine Diamanten und Smaragde, die dem Ring sein elegantes Farbspiel verleihen.

Schmuckexperte Patrick Lessmann taxiert den Wert des Stücks auf 1.100 bis 1.200 Euro – ein solides Ergebnis für Liebhaber antiker Schmuckstücke aus der Zeit zwischen Jugendstil und Art déco.

Der Händlerraum: Viel Nähe, wenig Abstand

Doch der eigentliche Moment des Tages ereignet sich im Händlerraum – und hat nichts mit Karat oder Schliff zu tun. Kaum betritt Rudolf den Raum, sucht er gezielt den Kontakt zu Händlerin Lisa Nüdling. Anstatt den Ring in die Mitte des Tisches zu legen, wie üblich, platziert er ihn direkt vor Lisa – und bleibt einfach stehen.

Die sonst übliche Distanz zwischen Verkäufern und Händlern löst sich komplett auf. Rudolf scheint Gefallen an der Situation zu finden – Lisa hingegen wirkt zunehmend unwohl. Händler-Kollege Daniel Meyer greift schließlich ein: „Erstmal muss ich diesen Flirt jetzt hier mal trennen!“, sagt er mit einem Lachen – und lockert die angespannte Atmosphäre etwas auf.

Trotz allem: Ein Verkauf mit Stil

Lisa bleibt professionell und macht ein starkes Angebot: 1.350 Euro, also über dem Schätzwert. Bei der Geldübergabe fragt sie höflich: „Möchten Sie nochmal zu mir kommen?“

Rudolf nimmt das Angebot an, Lisa bekommt den Ring – und am Ende können alle Beteiligten mit einem positiven Abschluss aus der Situation gehen. Trotzdem bleibt beim Publikum ein leichtes Gefühl von Fremdscham zurück.