Bares für Rares
: Verkäufer lacht über 1000-Euro-Gebot und bricht sofort ab

Trotz hoher Schätzung platzt der Verkauf der Bronze-Büste – doch am Ende findet das Kunstwerk einen besonders emotionalen neuen Platz.
Von
Judith Müller
Köln
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Da kann Martin nur lachen. Die Bronze nimmt er lieber wieder mit.

Da kann Martin nur lachen. Die Bronze nimmt er lieber wieder mit.

ZDF-Mediathek

Dori und Martin Policzek aus Jüchen stellen heute in der Sendung „Bares für Rares“ eine besondere Rarität vor: eine eindrucksvolle Bronze-Büste. „Die steht bei uns auf dem Kühlschrank – und ich wünsche ihr einen ehrenvolleren Platz“, erklärt Martin zu Beginn. Horst Lichter staunt: „Was für eine attraktive junge Dame!“

Die Skulptur trägt keinen offiziellen Namen. In der Familie wurde sie stets nur „die schöne Römerin“ genannt – oder, wie Martins Vater spöttisch sagte, „Selma“.

Die Büste aus Martins Familie findet heute keinen Käufer.

Die Büste aus Martins Familie findet heute keinen Käufer.

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Vom Urgroßonkel erschaffen – mit Rom-Preis ausgezeichnet

Hinter der Büste steckt eine bewegte Geschichte: Martins Urgroßonkel Wilhelm Neumann-Torborg, Bildhauer aus Wuppertal, hat sie erschaffen. Er studierte in Berlin und erhielt für seine Ausbildung den renommierten Rom-Preis, der ihm sieben Jahre Studienzeit in Rom ermöglichte.

Auf der Rückseite der Bronze findet sich sogar eine Signatur. Kunstexperte Colmar Schulte-Goltz datiert die Büste auf 1900 bis 1910 und schätzt ihren Wert auf 2.800 bis 3.400 Euro.

Händlerraum: Überraschendes Ende

Martin hatte sich mindestens 2.000 Euro erhofft. Doch die Händler bleiben weit unter dieser Summe. Selbst das höchste Gebot von Daniel Meyer liegt bei nur 1.000 Euro. „Schön, aber nö!“, antwortet Martin lachend.

Enttäuscht ist er dennoch nicht: Sein jüngster Sohn soll die Büste nun bekommen – und damit wird sie in der Familie bleiben. Auch die Händler sind sich sicher, dass das wohl der beste Platz für das Familienerbstück ist.