Bares für Rares
: Kamera von Schwestern aus Obersulm erinnert an 14-Millionen-Rekord

Ruth und Brigitte aus Obersulm bringen eine alte Leica mit – und landen mitten im Bieterduell zwischen zwei Händler-Schwergewichten.
Von
Judith Müller
Köln
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Ruth und Brigitte aus Obersulm bringen eine Leica-Kamera mit. Eine ähnliche wurde in der Vergangenheit für mehrere Millionen Euro verkauft.

Ruth und Brigitte aus Obersulm bringen eine Leica-Kamera mit. Eine ähnliche wurde in der Vergangenheit für mehrere Millionen Euro verkauft.

ZDF-Mediathek

Die heutige Folge von „Bares für Rares“ hatte einen ganz besonderen Moment für den Südwesten Deutschlands zu bieten: Ruth Dunkelmann und Brigitte Wege aus Obersulm bei Heilbronn standen mit einer Leica-Kamera aus dem Jahr 1958 im Rampenlicht.

„Wir kommen aus Obersulm, das liegt bei Heilbronn im Schwabenland“, erklärt Ruth sympathisch bei der Vorstellung. Die Kamera haben sie vor rund 20 Jahren von einem Onkel geschenkt bekommen – und heute wollten sie alles darüber erfahren.

Diese Kamera ist leider nicht ganz so viel wert.

Diese Kamera ist leider nicht ganz so viel wert.

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Ähnliches Exemplar brachte Millionen

Obwohl Moderator Horst Lichter begeistert ist („Haben wollen, haben wollen, haben wollen – aber ich hab null Ahnung davon“), übernimmt Detlev Kümmel die Expertise. Auch er gibt zu: „Ich habe nie analog fotografieren gelernt.“ Dennoch erkennt er den Wert: Die Leica II mit originalem Zubehör und klassischer Vulkanitbelederung stammt aus dem Jahr 1958 und ist hervorragend erhalten. Der Schätzwert: 1.500 Euro – exakt der Wunschpreis der Schwestern.

Kümmel liefert dann noch eine überraschende Info: Die teuerste Leica der Welt wurde für 14,4 Millionen Euro versteigert – und zwar von „Bares für Rares“-Händler Wolfgang Pauritsch selbst! Da sind sogar Horst Lichter und die Schwestern baff.

Bieterkampf unter Profis – mit ruhigem Happy End

Mit diesem Wissen geht es in den Händlerraum – und siehe da: Wolfgang Pauritsch zeigt sofort Interesse. „Ich hab schon eine Affinität zu diesen Dingen“, sagt er und verspricht: „Ich mach das letzte Gebot.“ Doch Christian Vechtel lässt sich nicht einschüchtern – ein echtes Bieterduell beginnt.

In Zehnerschritten schaukelt sich der Preis hoch. Am Ende bietet Wolfgang Pauritsch 1.550 Euro – 50 Euro über der Expertise. Ruth und Brigitte nehmen das Angebot an.

Zwar gab es keine Millionen, aber wie Ruth in ihrer schwäbischen Bescheidenheit sagt: „Wir hatten mit weniger Interesse gerechnet.“ Die Freude der Schwestern ist eher leise, aber echt – und gerade das macht diesen Moment so besonders. Ein stilles, sympathisches Highlight aus Baden-Württemberg.