Bares für Rares
: Händler reißt an Rarität von 1840 – Preis verhundertfacht!

Ein seltener Faltglobus von 1840 sorgt bei „Bares für Rares“ für Aufregung – und ein Händler bringt die Rarität fast zum Platzen.
Von
Judith Müller
Köln
Jetzt in der App anhören
Susanne Steiger und Christian Vechtel können David Suppes von seinem Vorhaben abhalten.

Susanne Steiger und Christian Vechtel können David Suppes von seinem Vorhaben abhalten.

ZDF-Mediathek

In der heutigen Folge von „Bares für Rares“ bringen Carmen Blum und Sabine Specht aus Emmelshausen einen scheinbar unspektakulären Gegenstand mit: einen mechanischen Faltglobus, gefunden auf einem Flohmarkt. Was zunächst wie altes Papier aussieht, entpuppt sich schnell als historisch wertvolles Lehrmittel.

„Ich möchte gerne, dass das jemand bekommt, der den Wert des Globus zu schätzen weiß“, sagt Carmen zu Beginn der Sendung. Sie selbst hat keine Verwendung dafür – doch ihr Wunsch erfüllt sich schneller, als sie denkt.

Der wertvolle Globus von 1840 hat auf dem Flohmarkt 10 Euro gekostet.

Der wertvolle Globus von 1840 hat auf dem Flohmarkt 10 Euro gekostet.

ZDF-Mediathek

Horst Lichter ist begeistert: „So hab ich das noch nie gesehen!“

Moderator Horst Lichter ist sofort angetan: „Oh Gott, der ist aber süß, so hab ich das noch nie gesehen!“ Und tatsächlich – der Globus ist eine absolute Rarität. Experte Detlev Kümmel erklärt, dass es sich um ein Lehrmittel für Kinder aus der Zeit um 1840 handelt. Der Globus wurde vom österreichischen Verleger Josef Franz Kaiser entworfen und ist vollständig faltbar – ein echter Vorläufer moderner Lernhilfen.

Die einzelnen Segmente des Globus sind mit Leinenfäden verbunden, ähnlich einem Leporello. Er lässt sich auseinanderfalten und wieder zusammensetzen – und kann samt Original-Umschlag und Begleitbuch platzsparend verstaut werden. In dem kleinen Heft steht kindgerecht erklärt, was es auf der Welt zu entdecken gibt.

Trotz kleiner Mängel: Ein seltener Schatz

Zwar fehlt das ursprüngliche Herstelleretikett, und das Papier zeigt leichte Stockflecken, doch der Experte beruhigt: Das ist bei einem derart alten Objekt nicht ungewöhnlich. Das Exemplar sei gut erhalten und stammt tatsächlich aus der ersten von zwei bekannten Auflagen – um 1840 gefertigt.

Detlev Kümmel schätzt den Wert auf 900 bis 1.100 Euro. Carmen wünscht sich sogar 1.000 bis 1.300 Euro. Ein realistischer Wunschpreis? „Für ein bisschen altes Papier doch gar nicht schlecht“, kommentiert sie augenzwinkernd.

Im Händlerraum wird’s heikel: „Ne bloß nicht!“

Im Händlerraum wird es dann kurz brenzlig: David Suppes bekommt den Faltglobus in die Hände – und kann sich einen Scherz nicht verkneifen. Er meint, er wolle an beiden Enden ziehen „wie bei einem Knallbonbon an Silvester“. Christian Vechtel reagiert sofort: „Ne bloß nicht!“ Zum Glück bleibt es beim Spaß – der Globus bleibt unversehrt.

Die anderen Händler – Susanne Steiger, Jan Cizek, Anaísio Guedes und Christian Vechtel – zeigen sich beeindruckt. So ein Objekt hat noch keiner von ihnen je gesehen. Und das vom Flohmarkt!

Langsame Gebote und ein überraschendes Bieterduell

Die Verhandlungen starten ungewöhnlich niedrig bei 40 Euro. Carmen weist darauf hin, dass in Auktionshäusern weltweit nur noch zwei Exemplare bekannt sind. Christian Vechtel nimmt’s mit Humor: „Vielleicht meldet sich nach der Sendung jemand und sagt: Ich hab noch zehn Stück!“

Anaísio Guedes bietet schließlich 600 Euro, woraufhin Christian Vechtel die Expertise erfragt und 650 Euro in den Ring wirft. Es entwickelt sich ein Bieterduell zwischen den beiden, das sich langsam steigert – bis Christian Vechtel mit einem Gebot von 1.000 Euro den Zuschlag erhält.

Vom Flohmarkt zur Rarität – für 10 Euro eingekauft

Zum Schluss fragt Jan Cizek lachend: „Jetzt die finale Frage: Was haben Sie bezahlt?“ Carmen gibt freimütig zu: „Ein bisschen mehr. Zehn.“ Das bedeutet eine Verhundertfachung des Einkaufspreises – ein unglaublicher Gewinn. David Suppes ist froh, dass er den Globus nicht versehentlich beschädigt hat. Ein echtes Stück Geschichte für nur zehn Euro – gefunden auf einem ganz normalen Flohmarkt.