3000 Euro wert – für 1500 verkauft!
: So frech wird diese Verkäuferin bei „Bares für Rares“ runtergehandelt

Ein echtes Kunstwerk, auf 3000 Euro geschätzt – doch im Händlerraum von „Bares für Rares“ wird die sympathische Verkäuferin gnadenlos auf die Hälfte runtergehandelt.
Von
Judith Müller
Köln
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Die sympathische Verkäuferin Ulrike verkauft ihr Gemälde immerhin über ihrem Wunschpreis.

Die sympathische Verkäuferin Ulrike verkauft ihr Gemälde immerhin über ihrem Wunschpreis.

Screenshot, ZDF-Mediathek

In der heutigen Folge von „Bares für Rares“ sorgt ein altes Gemälde für große Augen – vor allem bei den Experten. Für Ulrike von Schlutterbach aus Glasau in der Nähe von Lübeck erfüllt sich zwar ein kleiner Traum, doch viele Zuschauer fragen sich am Ende: Ist das hier ein echtes Schnäppchen – oder wurde sie unter Wert abgespeist?

Horst Lichter ist sofort Feuer und Flamme

Als Ulrike mit dem großformatigen Gemälde ins Pulheimer Walzwerk tritt, ist Moderator Horst Lichter sofort hin und weg:
„Wow! Ist das ein tolles Gemälde. Und das sind Sie?“, fragt er scherzend. Auf dem Bild ist eine junge, geheimnisvolle Frau zu sehen.
„Nö!“, lacht Ulrike – und zwischen ihr und Horst entsteht sofort eine warme, humorvolle Atmosphäre.

Die ehemalige Flughafenmitarbeiterin erzählt mit norddeutschem Charme von ihrer Zeit am Check-in-Schalter in Hamburg. „Dir gehörte doch bestimmt der ganze Flughafen!“, witzelt Lichter. „Ich hab nur Check-in und Boarding gemacht.“ Die beiden albern herum – der Einstieg in eine Folge, die am Ende nicht nur für Gesprächsstoff, sondern auch für Diskussionen sorgt.

Experte erkennt: Hier steckt viel mehr dahinter

Kunsthistoriker Colmar Schulte-Goltz wird ernst, als er das Gemälde unter die Lupe nimmt. Es handelt sich um ein Werk von Raffael Schuster-Woldan aus dem Jahr 1898, Öl auf Leinwand, im Originalrahmen – allerdings leicht beschädigt.

Er deutet das Bild als Darstellung der „Morgenröte“, ein Symbol für Weiblichkeit, Aufbruch und Schönheit. „Ein unglaublich spannendes Werk mit Tiefe und Ausdruck – belle époque pur.“ Seine Schätzung: 2500 bis 3000 Euro.

Ulrikes Wunschpreis? Gerade einmal 800 Euro. Sie hat das Bild von ihrer verstorbenen Schwester geerbt – die wiederum bekam es von einer Verwandten. Die genaue Herkunft bleibt vage, aber der emotionale Wert ist spürbar. Umso größer die Freude über die Expertise – zunächst.

Händler sehen das Potenzial – aber drücken den Preis

Im Händlerraum schlägt die Stimmung um. Zwar zeigt sich Julian Schmitz-Avila beeindruckt vom Rahmen, und Wolfgang Pauritsch erkennt die Symbolik der „femme fatale“ – doch die angekündigten Restaurierungskosten machen sich schnell als Totschlagargument breit.

„Das muss erstmal gemacht werden – das kostet!“, heißt es. Julian schätzt die Kosten der Restauration auf 1500 bis 2000 Euro. Damit wird das Bild plötzlich vom Kunstschatz zur „Baustelle“ erklärt.

Trotzdem will Wolfgang Pauritsch das Werk unbedingt – und bietet 1500 Euro. Deutlich unter dem Schätzwert, aber immer noch fast doppelt so viel wie Ulrikes Wunschpreis. Ein gutes Geschäft? Für ihn ganz sicher.

Viele Zuschauer dürften sich fragen: Wurde hier clever gehandelt – oder hat man Ulrike um ihren wahren Gewinn gebracht? Immerhin war der Marktwert klar beziffert – doch die Händler nutzen geschickt den Restaurierungsbedarf als Argument, um den Preis zu drücken.

Ulrike bleibt großherzig

Trotz allem bleibt Ulrike sich selbst treu – freundlich, herzlich und mit einem guten Schuss Selbstironie.
„Ich werde von dem Erlös einen Teil für Tiere spenden – den Rest verprasse ich!“, sagt sie mit einem Lachen.

Ein schöner Abschluss – doch der bittere Beigeschmack bleibt: Bei „Bares für Rares“ zeigt sich heute einmal mehr, wie groß die Lücke zwischen Expertise und Verkaufsrealität manchmal sein kann.