Heilbronn / Hans Georg Frank Das Landgericht Heilbronn hat „Pflegeoma“ Elisabeth S. aus Künzelsau wegen Totschlags zu einer Haft von zehn Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Der Vorsitzende Richter Roland Kleinschroth sagte bei der Urteilsverkündung, die Angeklagte habe "unfassbares Leid" über die Familie gebracht, ohne dass es dafür den geringsten Grund gegeben habe. Die als Ersatzoma geschätzte Witwe hatte zwar die Verantwortung für den Tod des ihr anvertrauten siebenjährigen Ole im April 2018 übernommen, aber in dem Prozess nie erklärt, wie und warum sie das Kind umgebracht hat. Ein Gerichtsmediziner hatte vor Gericht geschildert, dass das Kind mindestens drei Minuten lang am Hals gewürgt worden sei.

Beim Prozess um den Tod des kleinen Ole sagte ein pensionierter Diplomat aus, mit Elisabeth S. eine intensive sexuelle Fernbeziehung gepflegt zu haben.

Fall hat bundesweit für Entsetzen gesorgt

Die 1. Schwurgerichtskammer konnte in der 13 Tage dauernden Beweisaufnahme nicht herausfinden, was das Motiv für das Verbrechen gewesen ist. Die Verteidigerin ging davon aus, dass sich ihre Mandantin an den Tatablauf nicht erinnern könne, weil sie krank sei. Bei einem MRT war eine hirnorganische Störung festgestellt worden, weshalb ein Gutachter von einer eingeschränkten Steuerungs- und Schuldfähigkeit ausgegangen ist.

Im Prozess um den Tod des siebenjährigen Ole aus Künzelsau hat sich die Hoffnung des Landgerichts Heilbronn auf ein Geständnis der angeklagten Pflegeoma am Montag nicht erfüllt.

Der Staatsanwalt hatte in seinem Plädoyer gesagt, die Tat sei „unfassbar und hat für bundesweites Entsetzen gesorgt“. Die Angeklagte nahm das Urteil ohne erkennbare Regung zur Kenntnis.

Das könnte dich auch interessieren

Vom 25. bis 27. Juli 2019 findet in Laichingen erneut das Festival „Rock dein Leben“ statt. 2018 hatte es Diskussionen um die Band Freiwild gegeben.

Die Schwestern Mimi und Josefin standen am Sonntag wieder auf der Bühne von „The Voice Kids“. Wie die Battles und Sing-offs liefen, erfährst du hier.