Der Vorsitzende Richter Roland Kleinschroth sagte bei der Urteilsverkündung, die Angeklagte habe "unfassbares Leid" über die Familie gebracht, ohne dass es dafür den geringsten Grund gegeben habe. Die als Ersatzoma geschätzte Witwe hatte zwar die Verantwortung für den Tod des ihr anvertrauten siebenjährigen Ole im April 2018 übernommen, aber in dem Prozess nie erklärt, wie und warum sie das Kind umgebracht hat. Ein Gerichtsmediziner hatte vor Gericht geschildert, dass das Kind mindestens drei Minuten lang am Hals gewürgt worden sei.

Fall hat bundesweit für Entsetzen gesorgt

Die 1. Schwurgerichtskammer konnte in der 13 Tage dauernden Beweisaufnahme nicht herausfinden, was das Motiv für das Verbrechen gewesen ist. Die Verteidigerin ging davon aus, dass sich ihre Mandantin an den Tatablauf nicht erinnern könne, weil sie krank sei. Bei einem MRT war eine hirnorganische Störung festgestellt worden, weshalb ein Gutachter von einer eingeschränkten Steuerungs- und Schuldfähigkeit ausgegangen ist.

Der Staatsanwalt hatte in seinem Plädoyer gesagt, die Tat sei „unfassbar und hat für bundesweites Entsetzen gesorgt“. Die Angeklagte nahm das Urteil ohne erkennbare Regung zur Kenntnis.

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