Obwohl er im Juni 2018 aus der Landeserstaufnahmestelle (Lea) in Ellwangen nach Italien abgeschoben worden war, ist der Kameruner Alassa M. wieder in Deutschland. Er habe in Ellwangen erneut einen Asylantrag gestellt, teilte der „Freundeskreis Alassa“ mit. Das Regierungspräsidium Stuttgart bestätigte die Angaben auf Anfrage unserer Redaktion. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) prüfe nun den Antrag. Ein Asylfolgeantrag sei grundsätzlich rechtlich möglich. Ein neues Verfahren komme aber laut RP nur in Frage, wenn sich die „Sach- und Rechtslage zugunsten des Asylbewerbers geändert hat“ oder neue Beweise vorlägen.

In sozialen Netzwerken wird der Fall sehr kritisch kommentiert, AfD-Politiker sprachen auf Twitter von „unhaltbaren Zuständen“. Ein gescheiterter Polizeieinsatz in der Ellwanger Lea Ende April 2018 hatte bundesweit Schlagzeilen ausgelöst. Damals sollte ein Mann aus Togo abgeschoben werden, doch eine Menge aus rund 150 Flüchtlingen stellte sich der Polizei entgegen, die den Einsatz abbrechen musste.  Drei Tage später folgte eine Großrazzia mit hunderten Polizisten auf dem Gelände, der Togoer landete in Abschiebehaft. 17 weitere Asylbewerber wurden als „Unruhestifter“ identifiziert; darunter offenbar auch Alassa M.. Seine Unterstützer betonen jedoch, er habe seinen Protest stets friedlich geäußert. In der Zeit nach der Razzia trat M. als Wortführer der Flüchtlinge auf und organisierte mit anderen eine Demonstration gegen den „überzogenen“ Polizeieinsatz. Ende Juni wurde Alassa M. nach Italien abgeschoben.

Der „Freundeskreis Alassa“, der sich für ein Bleiberecht für den Kameruner einsetzt und 20.000 Unterschriften für eine Petition sammelte, bezeichnet seine Rückkehr als „Weihnachtsgeschenk“ und „tollen Erfolg“. Sein Anwalt Roland Meister betont in einer Stellungnahme, die Lage der Flüchtlinge in Italien habe sich durch die neue Regierung „dramatisch verschlechtert“, ein Asylverfahren sei dort nicht mehr gewährleistet. Sein Mandant sei in die „Recht- und Obdachlosigkeit entlassen“ worden. Laut RP wartet Alassa M. nun in der Lea in Karlsruhe auf die Entscheidung des Bamf.

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