Der Anschluss der Gäubahn an den Flughafen droht die Fertigstellung des Bahnprojekts Stuttgart 21 weiter zu verzögern. Das Regierungspräsidium Stuttgart hat das Planfeststellungsverfahren für den Abschnitt 1.3b vorerst gestoppt – wegen der Diskussion, die Gäubahn möglicherweise künftig durch einen mehr als 10 Kilometer langen Tunnel zum Flughafen zu führen. Man sehe sich als Anhörungsbehörde nicht in der Lage, das bisherige Verfahren wie bisher fortzuführen, teilte das Regierungspräsidium am Dienstag mit.
Man habe die Projektgesellschaft Stuttgart-Ulm, die das Bahnprojekt Stuttgart 21 baut, gebeten, ergänzende Unterlagen zum Gäubahntunnel vorzulegen. „Wir können doch nicht die Öffentlichkeit mit der bisher beantragten Variante beschäftigen, wenn im Hintergrund eine neue, die sogenannte Tunnellösung, in Sicht ist“, sagte Regierungspräsident Wolfgang Reimer (Grüne).
In den aktuell vorliegenden Unterlagen sei die Tunnellösung nicht enthalten. Nur wenn weitere Unterlagen eingereicht würden, könne beurteilt werden, ob die Tunnellösung potenziell geeignet sei. Ansonsten könne man keinen belastbaren Vergleich zur derzeitigen Antragstrasse ermöglichen.

Das sagt die Bahn zur Forderung nach neuen Unterlagen

Die Deutsche Bahn (DB) teilte mit, ihr lägen keine Unterlagen des Bundes zum Gäubahntunnel vor. Sie halte an der mit den Projektpartnern vertraglich vereinbarten Lösung zur Anbindung der Gäubahn fest. Das Anhörungsverfahren könne aus ihrer Sicht aber dennoch fortgesetzt werden: „Die Abwägung von möglichen Varianten ist dabei ein übliches Vorgehen im Rahmen von Planfeststellungsverfahren“, teilte ein Sprecher mit. Man habe dem Wunsch des RP zur Abstimmung des weiteren Vorhabens bereits entsprochen.