Nach der Baustelle ist vor der Baustelle. Das gilt in Ulm auch während der finalen Bauarbeiten an der Straßenbahnlinie 2. Die Tramlinie auf den Eselsberg und Kuhberg wird am 9. Dezember eröffnet. Schon vorher startet ein größer angelegtes Leitungsverlegungsprojekt: im Dichterviertel auf der stadtabgewandten Seite des Bahnhofs – mit Vollsperrung der Schillerstraße, die allerdings auch derzeit bereits voll gesperrt ist. Die bestehende Sperrung an der Ecke Mörikestraße hängt mit dem Fernwärme­anschluss für die Bäko zusammen und bewirkt eine umständliche Umleitung über die Kleiststraße am neuen Leonardo-Hotel vorbei.

Zweite Sperrung später

Die Baustelle ist im Zeitverzug, so dass die nächste Vollsperrung der Schillerstraße etwas später startet: statt wie geplant am 5. November, wird am 12. November gesperrt. Dies berichten die Entsorgungsbetriebe, die mit den Stadtwerken die Kanäle, Strom- und Wasserleitungen im nördlichen Dichterviertel neu ordnen. Das hängt vor allem mit dem neuen Wohnkomplex zusammen, der östlich vom Leonardo-Hotel entsteht und für den die Sanierungstreuhand gerade die Altgebäude abräumen lässt. Es gibt nun zwei Bauphasen.

Phase eins

Im ersten Abschnitt bis Mitte März wird die Schillerstraße zwischen Bleichstraße und Kleiststraße voll gesperrt. Für das abgetrennte Quartier im Norden gibt es somit keine Ausfahrt nach Süden und keine Zufahrt von Süden, also vom Landratsamt her. Zufahrt also nur via Schillerrampe, Ausfahrt über den Bypass am Blaubeurer Kreisel, ausschließlich nach Norden. Lkw können frühestens in Jungingen wenden.

Phase zwei

In Abschnitt zwei wird die Kleistraße voll gesperrt, aber die Schillerstraße bleibt offen, bis Abschluss im Juni 2019.

Andere Baustellen

Andererseits gibt es vergleichbar zur Straßenbahn noch andere Baustellen, die fertig werden. So hat die Baubehörde in der Weststadt die Belagsarbeiten an der Einstein- und Magirusstraße termingerecht beendet. Gestern sollten noch Markierungsarbeiten laufen. Da es sich mit täglich 10.000 Fahrzeugen um eine der meistbefahrenen städtischen Verkehrsachsen handelt, waren die Einschränkungen deutlich spürbar. Die Stadt wollte die 12.000 Quadratmeter Straßenfläche freilich in einem Stück mit großen Maschinen rationell herrichten.

Derweil sind auch die Perspektiven für den am Wochenende bei Schnee eingebauten Asphalt auf der Neutorkreuzung positiv, sagte Oberbauleiter Johann Karmann: „Die Einbauqualität ist sehr gut.“ Das Risiko für eine späteren Austausch betrage 50 Prozent. Man habe die geplante Zeitspanne  letztes Wochenende auch aus Kostengründen – Bautrupps und Material waren bestellt – nutzen müssen. Heute sollen noch Markierungsarbeiten laufen.

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Unverständnis im Quartier


Engstelle Bereits die bisherige Vollsperrung der Schillerstraße stößt im Quartier auf Unverständnis: weil es so lange dauert, weil oft niemand auf der Baustelle ist, weil der durchaus vorhandene Raum nicht wenigstens für eine Pkw-Spur in Fahrtrichtung Süden genutzt wurde. So müsse sich der Verkehr über Mörike- und Kleiststraße quälen. Größere Fahrzeuge wie auch der Kran für die San-Baustelle schafften es kaum um die Ecken herum.

Steg Der alte Fußgängersteg vom Michelsberg über die Bahnstrecke, dessen Gewicht wie berichtet falsch berechnet war, sollte gestern Nacht erneut ausgehoben werden. Das Resultat war bei Redaktionsschluss nicht bekannt.