Konzert Wunderbares Konzert fürs Jubiläum der Ulmer Bürgerstiftung

Ulm / Christa Kanand 03.04.2017

20 Jahre Ulmer Bürgerstiftung, wie sollte man das anders feiern als mit Ulmer Musikerinnen und Musikern? „What A Wonderful World“ erklang zum Konzert-­Finale: Bei Louis Armstrongs Welthit sprengte die Allianz aller rund 150 mit stehenden Ovationen gefeierten Mitwirkenden fast den Altarraum in der ausverkauften Pauluskirche. Und bei der Da-Capo-Zugabe stieg das  Publikum summend oder singend mit ein. What a wonderful concert!

Für  Gänsehautmomente sorgte schon anfangs Echo-Preisträger Joo Kraus, als er auf der Ost-Empore eine meditative  Improvisation auf dem Flügelhorn intonierte. Ein faszinierend klingender Auftakt des von Sponsoren unterstützten Benefiz-Festkonzerts zum Jubiläum der Bürgerstiftung, die bislang 545 Projekte  – von Bildung, Erziehung, Jugend- und Altenhilfe, Umweltschutz bis Völkerverständigung und Flüchtlingshilfe – mit rund 3,1 Millionen Euro gefördert hat.

Oberbürgermeister Gunter Czisch  begrüßte als Vorsitzender der Stiftung etwa 850 Besucher sowie Musikerinnen und Musiker „made in Ulm“, die solidarisch ohne Honorar auftraten. Gospel-Queen Siyou moderierte mit Freude am Wort das zweistündige perfekt inszenierte Non-Stopp-Programm, das mit Herzblut und Klasse zu Bravo-Rufen begeisterte.

War  Mozarts  berühmtes „Ave verum“ mit den St.-Georgs-Chorknaben stimmschön mit feiner  Orchesterbegleitung unter die Haut gegangen,  betörte die halbe Hundertschaft unter  Thomas Stang (am Flügel: Adrian Hänsler) stilgewandt auch mit  Emely Crockers  modernem  „Jubilate Deo“,  dem   poppigen  „Music Is The Key“ ebenso wie mit „Nobody Knows“, dem Siyou soulige Glanzlichter aufsetzte.

Auf professionellem  Niveau glänzte das Streicherorchester Collegium  musicum Ulm nicht nur bei Begleitaufgaben wie bei  Joo Kraus’ melancholischem   „Russians“-Solo  von Sting, sondern vor allem in Händels  Concerto Grosso op.6, Nr. 9. Stark, wie Thoma J.  Mandl vom  Cembalo dirigierend die sechs Sätze mal galant, mal mit Drive pulsieren ließ. Wobei Konzertmeister Eduard Sonderegger mit seinem virtuos zwitschernden ­Violin-Part im „Allegro“ sogar zu Zwischenapplaus hinriss.

Und dann Choriosity. Außergewöhnlich, dieser gemischte, mikroverstärkte A-cappella-Pop-Chor: mehr als 70 klangschöne Teen- und Twen-Stimmen, fetzige Chor-Choreografien, originelle Arrangements, mitreißender Elan, eine zweibeinige Beat-Box, dazu der wirbelnde Dirigent Martin Winter. Von „Price Tag“, „Skyfall“ bis „Baba Yetu“ zog die umjubelte Performance, auch mal von Siyou oder Kraus verstärkt, alle Register. Wundervoll!

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