Selbst die Frühlingssonne mache das Brachland nicht schöner, sagte Peter Rilling, Leiter des Stadtplanungsamtes und meinte damit das Grundstück an der Ecke Neutor,- Karl- und Wildstraße. Jahrelang war es nun als Lagerplatz für Baustellenfahrzeuge und Material für den Bau der Linie 2 sowie für Ersatzfahrbahnen genutzt worden. Jetzt sollen endlich Wohnungen darauf entstehen. „Die Firma Realgrund hat ihre Pläne verschieben müssen und steht in den Startlöchern“, sagte Rimmele zu den interessierten Bürgern, die zur Infoveranstaltung ins Bürgerhaus Mitte gekommen waren.

Wie bereits berichtet, will Realgrund auf dem Gelände 130 Wohnungen bauen. In einem Gebäude – zur Neutorstraße hin – soll im Erdgeschoss zudem ein Vollsortimenter unterkommen – „damit wäre die Versorgung der Menschen in der Neustadt gewährleistet“, sagte Rimmele. Bislang gebe es so ein Angebot  nicht.

Bestehende Gebäude werden abgerissen

Die Gebäude sind unterschiedlich hoch, das an der Ecke Neutor- und Karlstraße werde sieben Stockwerke bekommen, andere Richtung Wildstraße und im Innenhof jeweils fünf und vier Geschosse. „Wir haben hier die für die Neustadt typische Blockrandbebauung“, erklärte Rimmele. Soll heißen, Wohngebäude stehen entlang der Straßen, in den Innenhöfen wurde nachverdichtet. Und heutzutage ist Platz für einen Garten, der auf dem Dach des Supermarkes geplant ist.

Die noch bestehenden Gebäude, darunter Garagen und eine Werkstatt, werden abgerissen, ebenso ein Teil eines an der Neutorstraße stehenden Gebäuderiegels. Einer davon gehört Realgrund. „Der andere ist in Privatbesitz und bleibt stehen“, sagte Rimmele. Der Eigentümer wolle nicht verkaufen. Das werde künftig „ulkig“ aussehen, weil das Haus natürlich nicht zum Rest passen werde. Nicht nur wegen der Fassade, auch weil die neuen Gebäude rund vier Meter weiter innen gebaut werden. „Aber das ist halt so.“

Mietwohnungen für Singles und Familien

Es würden ausschließlich Mietwohnungen gebaut, sagte ein Mitarbeiter von Realgrund. Für Singles und bis zu Fünf-Zimmer-Wohnungen für Familien. Was diese denn kosten würden, wollte eine Frau wissen. „Kann sich die jemand leisten, der nicht so viel Geld verdient? Oder ist das wieder nur Wohnraum für Oberg’stopfte?“, wollte ihre Nachbarin wissen. Über Mietpreise könne man noch nichts sagen, antwortete die Projektverantwortliche von Realgrund. „Aber Sie können sich bei Interesse gerne melden.“ 20 Prozent der Wohnungen seien gefördert, würden also für finanzielle schwache Menschen zur Verfügung stehen.

Thema waren auch – wie immer – die geplante Verkehrsführung und Parkplätze. So sei daran gedacht, dass die künftigen Bewohner von der Neutorstraße in die Wildstraße und dort bis zur Einfahrt der Tiefgarage fahren könnten. Auch die Andienung des Supermarktes soll so erfolgen. Danach bleibe es in der Straße bei der bisherigen Einbahnstraßenregelung. „Wir wollen vermeiden, dass die Leute hier zur Bessererstraße durchfahren“, erklärte Rimmele.

Freilich sind Anwohner und Eigentümer der Wildstraße skeptisch. „Die Straße ist eng, dann fallen also Parkplätze für meine Mieter weg“, meinte ein Mann. Vermutlich blieben Stellplätze in der Tiefgarage übrig, ergänzte der Realgrund-Mitarbeiter. „Die kann man dann mieten.“ Und auch auf der anderen Seite der Karlstraße baue Realgrund: „Dort gibt es 30 übrige Stellplätze.“ Ein anderer Zuhörer machte auf die zunehmende Verkehrsbelastung aufmerksam: „Bislang gibt es 156 Bewegungen pro Tag“, sagte Rimmele. Später würden es rund 600. Das sei „so gut wie nichts“.

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Die Detailplanung kommt erst noch


Stand der Dinge: Momentan geht es um den Bebauungsplan, zu dem Bürger und Träger öffentlicher Belange Stellung nehmen können. Ist diese Frist abgelaufen, wird der Gemeinderat darüber abstimmen. Wird zugestimmt, geht es an die Feinplanung. Realgrund zufolge sollen die bestehenden Gebäude im Frühherbst abgerissen werden, dann kämen die Bagger für Aushubarbeiten. Die Tiefgarage ist zweistöckig, für jede Wohnung ist ein Stellplatz geplant. Für den Supermarkt rund 35. Mittelfristig soll nicht nur dieser Teil der Neustadt neu bebaut werden. Auch das Areal um das Theater mache einen „unaufgeräumten Eindruck“, sagte Rimmele bei der Veranstaltung.