Musik Wenn der Vater mit dem Sohne die Misa Criolla singt

Adam Sanchez und das Ensemble Mestizo.
Adam Sanchez und das Ensemble Mestizo. © Foto: Obrasso Concerts
HELMUT PUSCH 10.12.2016

Sie leben in München, haben aber eine lange Beziehung zu Ulm.

Adam Sanchez: Ich bin zwar Mexikaner, aber meine Eltern Elzbieta Milczarek und José Sanchez wurden 1982 ans Ulmer Theater verpflichtet. Ich bin in Ulm aufgewachsen. Und ich stand da auch schon als Kind das erste Mal mit meinen Eltern zusammen auf der Opernbühne – in Puccinis „Gianni Schicchi“, da gibt es eine Rolle für einen Knabensopran.

Sie waren aber auch als Erwachsener Ensemblemitglied in Ulm.

Ja das war mein erstes festes Engagement. 1998 wechselte ich dann ans Gärtnerplatztheater. Seit 2007 bin ich freiberuflich tätig – in der Vorweihnachtszeit stets mit der Misa Criolla.

Die haben Sie auch schon mal in Ulm aufgeführt.

Ja, 2014 war das. Damals kamen wir noch mit einem Münchner  Chor. Diesmal singen aber der Ulmer Chor Stimmkunst mit uns und Schüler der Ensingen-Realschule, mit denen wir José Felicianos „Feliz Navidad“ erklingen lassen.

Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Ich besuche stets die Messe in der Wengenkirche, wenn ich in Ulm bin, denn in der Wengenkirche hatte ich auch meine Erstkommunion. Dort habe ich Andreas Weil kennengelernt und ihm von der Messe erzählt. Der war sofort Feuer und Flamme. Und jetzt haben wir die Messe schon einmal in Berlin zusammen aufgeführt. Das war ein Riesenerfolg.

Was muss man sich unter dieser Misa Criolla vorstellen?

Interessanterweise ist sie 1967 in Düsseldorf uraufgeführt worden. Ariel Ramirez lebte lange Jahre in Europa und vertonte damals  den spanischen liturgischen Text neu, verlegte die Weihnachtsgeschichte nach Argentinien. In Europa war die Misa Criolla auch zuerst erfolgreich, bevor sie dann in Lateinamerika bekannt wurde. Die Musik besteht aus authentischen lateinamerikanischen Rythmen und typischen Instrumenten: Flöten aus den Anden, Harfe, Gitarre und Charrango.

Info Die Misa Criolla erklingt am Freitag, 16. Dezember, 19 Uhr, im Haus der Begegnung.