Ein wenig Schneefall und ein relativ heftiger Temperatursturz in die Minusgrade haben am Mittwochabend auf den Straßen in den beiden Städten Ulm und Neu-Ulm zu Verkehrsbehinderungen, teilweise auch zu chaotischen Verhältnissen geführt.

Der Busverkehr auf der Heidenheimer Straße musste etwa ab 17 Uhr für zweieinhalb Stunden eingestellt werden. Nach Auskunft von Marc Fuchs von den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm (SWU) seien die Busfahrgäste am Willy-Brandt-Platz auf die widrigen Verhältnisse aufmerksam gemacht worden. Sie wurde gebeten, dort in die Straßenbahnlinie 1 zu steigen, um weiter nach Böfingen zu gelangen. Die Straßenbahn, so Fuchs, habe auf ihrer Stecke an der Böfinger Steige keinerlei Probleme gehabt.

Spiegelglatt war es natürlich auch auf den Straßen in der Nachbarstadt Neu-Ulm. Dort waren die Räumdienste bald im Einsatz, allerdings nicht überall. Vor allem nicht auf der stark befahrenen alten Bundesstraße 10, der Augsburger-, Leipheimer- und Adenauer Straße, die von Neu-Ulm nach Burlafingen führt. Dort quälten sich die Fahrzeuge vorsichtig im Schritttempo nach vorne, manche schlitterten in angrenzende Felder. Vor den Kreiseln bildeten sich Staus.

Gefährliche Panne in Neu-Ulm

Während der Räumdienst in den Nachbarstraßen schon heftig im Einsatz war, blieben die entsprechenden Streufahrzeuge auf dieser Strecke allerdings aus. Zuständig für den Bereich der alten B10 ist nicht der Baubetriebshof der Stadt Neu-Ulm, sondern die Straßenmeisterei in Neu-Ulm, die dem Staatlichen Bauamt in Krumbach untersteht. Laut Michael Wagner habe es an diesem Abend eine Panne gegeben: Ein Einsatzfahrzeug sei wegen eines Defekts ausgefallen, so dass ein Ersatzunternehmen ran musste. Dessen Fahrer habe aber nicht gewusst, dass er auch auf der alten B 10 streuen muss.

Bis gegen 20 Uhr blieb es dort spiegelglatt, dann hatte sich die Polizei beim Neu-Ulmer Baubetriebshof gemeldet. Und so übernahmen dessen Fahrzeuge dann den Part der Straßenmeisterei. Diese Panne war allerdings sehr kostspielig: Auf der Stecke krachte es nach Polizeiangaben insgesamt achtmal mit einem Gesamtschaden in Höhe von rund 15.000 Euro.

Große Probleme gab es auch auf den Autobahnen: Komplett zu Erliegen kam der Verkehr auf der Autobahn 8 zwischen den Anschlussstellen Ulm-Ost und Ulm-West. Der Abschnitt war zwischen 22.30 und 23.30 Uhr voll gesperrt, um den Räumfahrzeugen die Arbeit zu ermöglichen. Insgesamt ereigneten sich dort sechs Unfälle mit Blechschäden. Verletzt wurde niemand.

Sechs Unfälle ereigneten sich auf der bayerischen Seite, auf der Autobahnbahn 7 zwischen der Anschlussstelle Nersingen und dem Auto­bahndreieck Hittistetten. Dort musste ein Autofahrer mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Den entstandenen  Sachschaden in der gesamten Region geben die Polizeistellen mit insgesamt an die 100.000 Euro an.

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Wie es zum Blitzeis gekommen ist


Wetter: Für Hans-Jürgen Friede, den Chef des Neu-Ulmer Baubetriebshofs, und Andreas Thielemann, den Einsatzleiter bei den Ulmer Entsorgungsbetrieben, ist das Wetter am Mittwochabend ziemlich extrem gewesen. Minusgrade habe es erst am späten Nachmittag gegeben.

Durch den leichten Schneefall seien die Straßen nass geworden. Dann sei die Temperatur relativ schnell unter null Grad gesunken. Aus der Nässe wurde blitzschnell Glatteis, was als Blitzeis bezeichnet wird. Auch Streufahrzeuge kämen dann an ihre Grenzen: Bleiben sie an einer Steigung stehen, kommen sie nicht mehr vorwärts. So geschehen im Bereich der Böfinger Steige und der Heidenheimer Straße in Ulm.