Bereits 2015 war der ehemalige Publikumsliebling vom Theater Ulm, Volkram Zschiesche, im Tatort bei Millionen von Deutschen auf dem Bildschirm zu sehen. Damals als „arrogantes Arschloch“, wie er seine Figur selbst beschrieb.

Jetzt war es wieder soweit: Zschiesche war als „liebender Ehemann“ das Mordopfer im Kieler Tatort. Dort übernahmen Klaus Borowski (Axel Milberg) mit neuer Assistentin Mila Sahin (Almila Bagriacik) in „Borowski und das Glück der anderen“ den Fall.

Zschiesche ist zufrieden mit seiner Leistung

Der ehemalige Schauspieler vom Ulmer Theater ist „voll zufrieden“ mit dem Ergebnis. Erst am Sonntag bei der öffentlichen Ausstrahlung im Fernsehen hat er den Tatort in ganzer Länge gesehen. Auch wenn der Dreh schon einige Zeit zurück liegt, kann er sich noch gut daran erinnern: „Mein erster Drehtag war mit der Szene auf dem Leichentisch.“ Nach etwa drei bis vier Stunden Maske und Schminken kamen das Team dazu. Als Axel Milberg an das Set kam, ging er auf direktem Weg auf Zschiesche zu und begrüßte ihn herzlich: „Schön dass du da bist, ich fühle mit dir“. Das empfindet der ehemalige Ulmer als sehr inspirierend, wenn Schauspielkollegen so wertschätzend sind, unabhängig von der Rolle.

Kunstblut platzen aus Beuteln

Ganz ohne Spezial Effects war der Dreh der Szene, in der Thomas Dell stirbt, für Zschiesche eine neue Erfahrung. Da wurde beim Dreh mit Kunstblut in Beuteln gearbeitet, die auf Knopfdruck platzen. Neben der Arbeit am Theater und in Workshops hat Zschiesche schon öfters für Martial Arts oder Actionszenen vor der Kamera gestanden - da kamen schon öfters animierte Effekte zum Einsatz.

Lebt in Berlin - und besucht Ulm regelmäßig

Seit nunmehr fünf Jahren ist Zschiesche in Berlin - aber noch regelmäßig für diverse Projekte in Ulm - „und das ist sehr schön“. Neben diverser Coachings und Workshops inszeniert er seit drei Jahren auch das Abschluss-Theaterstück der 12. Klasse der Waldorfschule in Ulm. Ihm ist seine Arbeit wichtig, nicht was er für ein Ansehen damit erlangt.

Zschiesche ist angekommen, zufrieden, hat seine Mitte gefunden - zumindest im Moment würde er „nichts anders machen“. Er lässt die Dinge auf sich zukommen. Eine konkrete Idee für ein Drehbuch hat er aber schon. Und bei der Umsetzung sieht er sich ganz klar vor und hinter der Kamera. Generell ist es ihm wichtig, das Substanz dahinter steckt und der Film neben Unterhaltung auch zum Nachdenken anregt und eine neue Sichtweise auf Dinge gibt.

Rückzug aus den Sozialen Medien

Aus den sozialen Medien hat er sich größtenteils zurückgezogen. Zumindest teilt er nur noch Dinge, die er wirklich teilen möchte und nicht, um damit Likes zu erzielen. Auch wenn er das Verlangen nach Anerkennung versteht und nachempfinden kann, stört ihn die Vorverurteilung und der Mangel an Bereitschaft sich in andere hinein zu versetzen. „Laufe vier Wochen lang in den Mokassins deines Nachbarn – und du weißt ganz genau was für ein Mensch er ist“, sagt Zschiesche oft in seinen Workshops.

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