Ulm / Beate Rose

Handys raus und draufhalten. So verhielten sich Schaulustige am Samstag in der Wagnerstraße. Sensation: Eine Straßenbahn war entgleist. Das war für manche Autofahrer so spektakulär, dass sie aus dem Wagen filmten. Genauso wie jene Leute, die über Absperrungen stiegen, um in die Bahn zu gucken. Doch um was zu sehen? Dass die Bahn geschrottet ist, konnte jeder auch vom gegenüberliegenden Gehweg gut erkennen.

Der Abtransport der entgleisten Straßenbahn der Linie 1 in Ulm war sehr aufwendig. Arbeiter waren bis in die Nacht zu Gange die Bahn in zwei Teilen zu bergen.

Glück in Unglück

Das unfassbare Glück bei diesem Unglück war, dass niemand schwer zu Schaden kam. Dafür hat das Image der Straßenbahn in Ulm mehr als einen Kratzer abbekommen. Schließlich kommt die Tram nicht aus den Schlagzeilen heraus: Startschwierigkeiten mit der Linie 2; Autofahrer, die die Bahn touchieren – eine Gemengelage, die Fahrgäste misstrauisch macht. Ist die Straßenbahn überhaupt sicher? Das fragten sich auch die Schaulustigen.

Ob das SWU-Mitarbeitern gefällt oder nicht – für die Stadtwerke gilt, dass sie das Vertrauen der Fahrgäste zurückgewinnen müssen. Dafür muss der Unfall so schnell und gut wie möglich aufgeklärt werden.

Die Meldungen über Unfälle mit der Ulmer Straßenbahn häufen sich in letzter Zeit. Müssen sich die Bewohner einfach noch an die neue Verkehrsführung gewöhnen - oder ist die Straßenbahn schlecht geplant?

Tempo reduzieren

Eine weitere vertrauensbildende Maßnahme könnte sein, die Geschwindigkeit der Linie 2 zur reduzieren. Die ist an manchen Stellen mehr als flott unterwegs. Das dürfen die Fahrer zwar, doch ruhigeres Fahren gibt Sicherheit. Dafür mögen viele die Straßenbahn.

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