Seit 21 Jahren leitet Burkhard Wolf das Universitäts-Orchester Ulm, ist ein Garant für Kontinuität und Erfolg –  quasi ein Fels in der Brandung zwischen 80 Musikerinnen und Musikern im fast ausverkauften Kornhaus. Das  Win­ter­se­mes­ter-Ab­schluss­konzert hatte auch diesmal mit drei Hochkarätern  der Romantik große Zugkraft. Und  der Gastsolist: Thomas Bierfeld, Solo-Hornist  der Ulmer Philharmoniker – ein Ass an den Ventilen.

Wald, Jagd, Natur, Liebe  – darum geht es in Carl Maria von Webers  Ouvertüre seiner „Frei­schütz“-Oper, die schon den sechsjährigen Richard Wagner magisch anzog. Trügerisch sind die idyllischen Hörnermelodien, bedrohlich scheint der deutsche Wald. Im Kampf zwischen Gut und Böse, aufwühlenden Passagen und mystischen Momenten tauchte die üppige Besetzung bei schönen Melodien – vom Jungfernkranz bis zum Jägerchor – mit orchestralem Glanz tief ihn die bahnbrechende Romantik ein.

Im Alter von 18 Jahren komponierte Richard Strauss sein erstes  Hornkonzert, das er seinem Vater Franz, einem der führenden Hornisten seiner Zeit, widmete. Bis heute ein Referenzstück für Hornisten. Umsichtig gestaltete der 31-jährige Bierfeld in runder, variabler Tongebung mal samten, mal kernig schmetternd,  seinen Solo-Part, gespickt mit technischen Finessen:  Signal-Mo­tivik, virtuose Tonsprünge und  Höhen, gesangliche Lyrik in den drei All’attacco-Sätzen bis zum rasanten Rondo.  Souverän unterstützt von Wolf und dem  Orchester, das die klangliche Balance trefflich hielt, entfachte der Horn-Marathon Riesenapplaus.

Plastisch bis drastisch

Berühmt wurde Sir Edward Elgar 1899 mit seinen 30-minütigen „Enigma-Variationen“. Vorweg machte Wolf an Hörbeispielen mit dem Orchesterklassiker vertraut. In den 14 „Rätsel-Variationen” voller Pomp und viktorianischem Pathos beschreibt Elgar Menschen aus seinem Umfeld. Nachvollziehbar ließ Wolf sie plastisch,  bisweilen  drastisch auftreten. Streicherglänzend oder mit sonoren Celli (12. An­dante-Variation) charakterisierten satte Klangfarben die kontrastreiche Tonmalerei.

Wagner‘sche Fülle im Blechbläser-Breitwand-Tutti krönten „Nimrod“, das Herzstück der Partitur. In der letzten Variation setzte sich Elgar  selbst sein Denkmal. Der Schlussjubel war so groß, dass die   „Nimrod“-Variation wiederholt werden musste, danach noch die elfte – laut Wolf „für alle Hundefreunde“ (auch Elgar war ein Hundenarr): Die Bulldogge Dan stürzt mit Paukenschlag in den Fluss, kann sich aber bellend ans Ufer retten.