Das neue Hundehaus sollte eigentlich fertig sein, „aber wir haben noch nicht einmal damit begonnen“, sagte Schatzmeister Horst Widder bei der Jahreshauptversammlung des Tierschutzvereins Ulm/Neu-Ulm und Umgebung. Das Tierheim im Örlinger Tal ist in Verzug mit seiner Grundsanierung und Neubauten in mehreren Bauabschnitten. Die Gründe: Der Architekt wurde krank, und die jeweiligen Handwerker sind immer wieder ausgebucht. Trotzdem laufen Tierpflege und Tierschutz ungehindert weiter, auch bei ehrenamtlichen Mitarbeitern wie in der neuen Igel­auffangstation in Burlafingen.

Bauzeitplan

Beim Bauabschnitt I können beispielsweise Kaninchen und Meerschweinchen voraussichtlich im August ins neue Kleintierhaus einziehen. Die Einzelkäfige seien größer bemessen, als es das Gesetz vorschreibt, und es gibt innen wie außen Freilaufflächen, sagte Tierheimleiter Ralf Peßmann. Die beiden erweiterten Quarantänehäuser für Hunde und Katzen sind fertiggestellt. Derzeit wird ein neues Quartier für nicht mehr vermittelbare verwilderte Hauskatzen gebaut. In Bauabschnitt II sind ein neues Hunde- und ein Katzenhaus geplant. In Bauabschnitt III folgen Neubauten für Personal, Verwaltung und Besucher und im Abschnitt IV die Außengestaltung.

Finanzen

Die gesamten Sanierungskosten werden bislang auf 2,3 Millionen Euro geschätzt, davon übernimmt ein Sponsor, der nicht genannt werden möchte, 1,2 Millionen Euro. Den Rest von 1,1 Millionen Euro tragen gemeinsam die Städte Ulm und Neu-Ulm, das Tierheim und das Land. Die ersten beiden Bauabschnitte sind bereits finanziert. Das Ministerium für Ländlichen Raum kommt jeweils mit 150 000 Euro ins Spiel. Ein Zuschuss wurde bereits bewilligt, der zweite wird demnächst beantragt. Das Tierheim hat rund 1500 Mitglieder und stemmt seine Anteile aus Rücklagen, Spenden und Erbschaften.

Tierschutz

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 1298 Tiere versorgt. Dazu gehörten beispielsweise 456 Katzen, 159 Hunde und 393 Wildtiere wie Schwäne, Eichhörnchen und Rehkitze. Jene werden aber in privaten Außenstationen gepflegt, berichtete Widder. Neu hinzugekommen ist die vom Landratsamt Neu-Ulm eigens abgenommene Igel­auffangstation von Sandy Öchsler in Burlafingen. Sie hat den Sachkundenachweis erbracht und allein im vergangenen Jahr 116 Igel aufgepäppelt.

Tierquälerei

Alarmiert vom Deutschen Tierschutzbund hat das Ulmer Tierheim im März vor einem Jahr wie berichtet den heute siebenjährigen Kangal „Pascha“ in Biberach von Ketten befreit und abgeholt. Über den Besitzer, der noch weitere große Hunde nicht artgerecht an Ketten gehalten hatte, wurde ein allgemeines Tierhaltungsverbot verhängt. „Ob er sich daran hält, wird von den Behörden regelmäßig kontrolliert“, versicherte Peßmann. Pascha sei „ein richtiger Knuddelbär“ geworden, suche aber noch nach einem erfahrenen Hundehalter mit einem großen Grundstück.

Veterinäramt

Dr. Hans-Joachim Butscher vom Veterinäramt Alb-Donau-Kreis berichtete bei der Jahreshauptversammlung, „dass wir versuchen, schnell zuzuschlagen“, wenn das Amt erfahre, dass irgendwo beispielsweise illegal Welpen gezüchtet und auf dubiose Weise für überhöhte Preise im Internet angeboten werden. Problematisch könne es wiederum werden, wenn wie in einem Fall 60 Katzen aus einem verwahrlosten Haushalt beschlagnahmt werden. „Wenn wir diese auf die Schnelle unterbringen müssen, melden sich  auch nicht immer verlässliche Abnehmer.“

Das könnte dich auch interessieren

Vier Hunde sollen übers TV vermittelt werden


Sendung In der SAT.1 Gold-Sendung „Haustier sucht Herz“ werden  vier Hunde aus dem Ulmer Tierheim vorgestellt: Buster, ein achtjähriger American-Staffordshire Terrier; Carlos, ein zehnjähriger Schäferhund; Lilly (4) und Chico (5), beide Malteser. Die Staffel wird am 20. Juni von 20.15 Uhr an ausgestrahlt.