Wirtschaft Ulmer IHK-Präsident Roell fordert „Rückkehr zur Sachlichkeit“

Gestern beim Empfang in Biberach (v. l.): Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle, Präsident Martin Buck (Weingarten), Leichtathlet Arthur Abele, Präsident Jan Stefan Roell (Ulm) und OB Gunter Czisch.
Gestern beim Empfang in Biberach (v. l.): Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle, Präsident Martin Buck (Weingarten), Leichtathlet Arthur Abele, Präsident Jan Stefan Roell (Ulm) und OB Gunter Czisch. © Foto: IHK
Ulm/Ehingen / Frank König 19.01.2019

Die Wirtschaft steht 2019 vor einer Reihe von Herausforderungen. Dazu zählen der Brexit mit Folgen für den Export, der Boykott von Ländern wie Russland und Iran, mehr Handelskonflikte, die Notwendigkeit von Leuchtturmprojekten in der Digitalisierung und der Fachkräftemangel. So fehlen in Ulm und Oberschwaben in den nächsten zwölf Jahren 33 000 Mitarbeiter, davon 90 Prozent mit dualer Ausbildung.

Das sagte der neue IHK-Präsident Jan Stefan Roell gestern Abend beim Neujahrsempfang der Kammern Ulm und Weingarten in der Stadthalle Biberach. Ein weiteres Thema für regionale Mittelständler ist die Abschottung des chinesischen Markts, auf dem sich starke globale Firmen wie Huawei herausbilden können.

Der Mobilfunkkonzern meldet auch in Europa die meisten Patente an. In Deutschland fehle es dagegen an der Infrastruktur bei Mobilfunk und Breitband. Gleichzeitig würden aus dem Dieselskandal falsche Folgen gezogen. Für die Verteufelung moderner Dieselautos gebe es keine wissenschaftliche Basis. Stattdessen werde mit Elektro ein nicht erprobtes Antriebskonzept ohne Lade-Infrastruktur propagiert.

Wichtige Automobilindustrie

Auch das Material für die Batterien und deren Entsorgung stellten Probleme dar. Roell forderte unter dem Beifall der 700 Gäste – darunter etliche Abgeordnete und die OBs Gunter Czisch und Gerold Noerenberg – eine „Rückkehr zur Sachlichkeit“ sowie mehr Support für die Autoindustrie: „Die Automobilindustrie ist so wichtig für dieses Land, dass wir dahinterstehen müssen.“

Roell und sein ebenfalls neuer Kollege von der Kammer Bodensee-Oberschwaben, Martin Buck, führten sodann eine Talkrunde mit dem Ulmer Zehnkampf-Europameister 2018 Arthur Abele. Dafür hatten sie sogar mit ihm trainiert und darüber einen Videoclip gedreht. Abele sagte, man dürfe sich selbst durch Rückschläge – wie in seinem Fall auch Verletzungen – nicht aus dem Konzept bringen lassen. Mentales Training spiele eine wichtige Rolle für Siege. Und wenn ein Wettkampf nicht klappt, müsse man den Frust rauslassen und neu starten. Buck sah viele Parallelen zur Wirtschaft.

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