Die Entwicklung von Fahrzeugen ist eine sehr komplexe Angelegenheit. Besonders groß sind die Herausforderungen in der Elektromobilität sowie beim autonomen Fahren. Um das Zusammenspiel von Automobilherstellern mit ihren Komponenten- und Technologielieferanten zu optimieren und damit die Innovationsgeschwindigkeit in der Wertschöpfungskette zu erhöhen, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung ein von der Audi AG koordiniertes Verbundprojekt namens „GENIAL!“. Die Abkürzung steht für „Gemeinsame Elektronik-Roadmap für Innovationen der automobilen Wertschöpfungskette“. Das Ziel: die zukünftige Entwicklung mikroelektronischer Automotive-Komponenten effizienter zu machen. Zu den elf Partnern des 19,6 Millionen Euro schweren Projektes gehört auch die Uni Ulm, die über eine Million Euro erhält. Das teilt die Uni mit.

Im Mittelpunkt des Ulmer Teilprojektes steht unter anderem die Entwicklung von Modellen, in denen die relevanten Begriffe und quantitativen Zusammenhänge präzise erfasst sind. „Das Grundproblem besteht darin, dass es für die Planungsphase keinen einheitlichen und strukturierten Prozess gibt. Dies führt  zu Zeitverzögerungen und Planungsunsicherheiten, die die Wertschöpfungskette belasten“, erläutert Prof. Matthias Tichy von der Uni Ulm. Die Kunst besteht darin, Anforderungen und Planungsschritte möglichst genau zu erfassen und klar zu kommunizieren. „Dies klingt einfacher, als es in Praxis ist. Denn häufig kommt es aufgrund abweichender Terminologien zu Definitions- und Verständigungsschwierigkeiten“, erklärt Alexander Breckel. Der Doktorand forscht am Institut für Softwaretechnik und Programmiersprachen.

Kooperation versus Konkurrenz

Eine weitere Herausforderung ergibt sich aus den besonderen Gegebenheiten in der Automobil-Branche. Eingebunden in die Produkt- und Modellentwicklung sind neben dem Automobilhersteller eine Vielzahl von Zulieferern, die in bestimmten Segmenten miteinander kooperieren, auf anderen Feldern aber konkurrieren. „In der Praxis heißt das, dass wettbewerbsrelevante Informationen zwar in die Planung einfließen können, aber nicht ungewollt anderen Projektpartnern preisgegeben werden“, so Breckel.

Das Volumen des Projektes beträgt 19,6 Millionen Euro. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung trägt davon 55 Prozent. Weitere Projektpartner sind neben Audi unter anderem Infineon Technologies, Bosch sowie die Technische Universität Kaiserslautern und die Eberhard-Karl-Uni Tübingen.