Kirche Stephanie Ginsbach ist die neue Böfinger Pfarrerin

Pfarrerin Stephanie Ginsbach mit Nils. Morgen ist ihre Investitur.   Foto: Volkmar Könneke
Pfarrerin Stephanie Ginsbach mit Nils. Morgen ist ihre Investitur. Foto: Volkmar Könneke © Foto: Volkmar Könneke
Böfingen / Verena Schühly 10.11.2018

Sie ist die Neue, und kann doch genau da weitermachen, wo sie bislang tätig war: Stephanie Ginsbach wird am morgigen Sonntag feierlich als Pfarrerin der evangelischen Auferstehungskirche Böfingen eingesetzt. Seit gut einem Jahr ist die 35-Jährige in der Gemeinde, bislang als Pfarrerin zur Anstellung, wie die letzte Phase der Ausbildung heißt. Sie hat sich auf die Fortsetzung beworben und nun offiziell die zweite Böfinger Pfarrstelle bekommen, als Kollegin von Hans-Jörg Mack.

„Ich habe mich beworben, weil es keinen Grund gibt, hier wegzuwollen“, sagt Stephanie Ginsbach. In den 14 Monaten hat sie sich gut eingelebt in der Böfinger Gemeinde. „Ich bin sehr gern hier. Die Menschen sind nett: die Gemeinde ist offen, sie hält auch meine Experimente im Gottesdienst aus und macht mit.“ Insbesondere im Bereich Gottesdienste für Kinder, Jugendliche und Familien ist die Theologin sehr kreativ und probiert gern immer wieder Neues aus, Handpuppe Nils ist dabei oft im Einsatz und hat seine Fangemeinde.

Ein Gemeinschaftswerk

Das kommt nicht von ungefähr: Stephanie Ginsbach ist zweifache Mutter, ihre Söhne sind acht und zehn Jahre alt. Und sie ist allein­erziehend – und die erste Frau, die auf diese Weise in der württembergischen Landeskirche ins Berufsleben gestartet ist. Damals waren ihre Jungs zwei und vier Jahre alt. „Ich hatte viel Unterstützung: von der Familie, die bei der Betreuung geholfen hat, ebenso von der Landeskirche und auch von meiner Ausbildungspfarrerin Stefanie Klitzner in Asch. Allein wäre das nicht gegangen. So war die Ausbildung ein riesiges Gemeinschaftswerk, das jetzt zur Investitur geführt hat“, sagt die Pfarrerin. In ihrer Stimme klingt Dankbarkeit mit. Eine ihrer Lebensüberzeugungen: Man muss konstruktiv mit den Dingen umgehen, die man im Leben erlebt.

Jetzt in Ulm schießt sich für die 35-Jährige ein Kreis, denn sie ist in Ulm geboren. Ihr Abitur hat sie am evangelischen Seminar in Blaubeuren gemacht – doch Pfarrerin zu werden, hatte sie damals nicht auf dem Plan: „Ich wollte Medizin studieren.“ Und arbeitete als Rettungssanitäterin, zur Vorbereitung. Dabei aber ist ihr klar geworden: „Medikamente sind nicht das, was ich den Menschen geben möchte. Persönliche Zuwendung bewirkt oft mehr.“

Und so kam sie doch zur evangelischen Theologie, und absolvierte ihr Studium in Heidelberg und Tübingen. Zum Vikariat ging sie auf die Schwäbische Alb, nach Blaubeuren-Asch.

Wichtig ist ihr als Seelsorgerin, die Menschen in ihrer Vielfalt zu achten. Als bereichernd empfindet sie ihre Arbeit mit den behinderten Menschen in den beiden Böfinger Schulen: „Da geht es sehr direkt zu, da musste ich mich erst mal reinfinden.“ Inzwischen aber möchte sie diesen Teil ihrer Arbeit nicht mehr missen. Ebenso wichtig ist ihr die ökumenische Zusammenarbeit. „Ich war katholisch, bis ich elf Jahre alt war – dann ist meine ganze Familie konvertiert. Ich kenne also beide Seiten, das prägt meine Arbeit.“

Info Der Investitur-Gottesdienst beginnt am Sonntag um 9.30 Uhr in der Auferstehungskirche. Ein Stehempfang schließt sich an.

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