Im Neu-Ulmer Gasthaus Schiff fand die jährliche Ehrung der Verborgenen Engel statt. Es geht um die Würdigung von Menschen, die sich still und leise für andere einsetzen. Bereits zum sechsten Mal wurde bürgerschaftliches Engagement durch den Neu-Ulmer Verein „Verborgene Engel“ ins rechte Licht gerückt. „Selbstlos, mit viel Enthusiasmus und Arbeitseinsatz setzen sie sich für ihre Mitmenschen ein“, sagte Vereinsvorsitzende Waltraud Oßwald. Dieses Jahr wurden drei Projekte von einer unabhängigen Jury ausgewählt.

Irmgard Gehrke, Rosemarie Brückner und Brigitte Tomaschewski haben viele Jahre lang den Besuchsdienst der evangelisch-lutherischen Gemeinde Pfuhl/Burlafingen betreut. „Wir sind in der Kirchengemeinde auch noch in anderen Bereichen engagiert. Den Besuchsdienst haben wir von 2004 bis 2017 organisiert und wir waren bis zu 15 Ehrenamtliche. Aber leider ist es immer schwieriger, engagierte Menschen zu finden und deshalb mussten wir das Projekt einstellen“, erzählt die 70-jährige Gehrke. Der Besuchsdienst hatte regelmäßig in Pfuhl und Burlafingen Senioren, Kranke oder pflegebedürftige Menschen zu Hause, in Kliniken oder in Heimen besucht. „Dafür braucht man viel Feingefühl. Wenn ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis aufgebaut wurde, dann war es für beide Seiten ein Gewinn“, sagt die 76-jährige Brigitte Tomaschewski. Manche Menschen besuchen die drei Damen immer noch, aber offiziell ist der Besuchsdienst mangels ehrenamtlicher Mitarbeiter eingestellt.

Ganz in den Dienst der Gesundheit und des Sports haben sich die Eheleute Christl und Siegfried Diebold gestellt. Sie gründeten 1986 den Sportverein Steinheim und setzen sich für die Gemeinschaft in ihrer Ortschaft ein. Siegfried Diebold organisierte 25 Jahre lang die Frühjahrs- und Bergwanderungen, seit zehn Jahren betreut der 75-jährige die Männerturngruppe. Seine Frau ist seit der Gründung des Vereins Übungsleiterin der Turnfrauen. Und das Ehepaar organisiert gemeinsam die Walkinggruppe.

Konrad Marzari wurde das Ehrenamt quasi in die Wiege gelegt. Denn schon sein Großvater und sein Vater waren ehrenamtlich engagiert. Und der 77-Jährige hat auch seinen Sohn und seinen Enkel in Ehrenämter gebracht. Marzari lebt in Ludwigsfeld. Seit 1956 ist er Mitglied bei der dortigen Freiwilligen Feuerwehr und seit Kindertagen im Verein „Siedlung Ulmer Ried“ aktiv. Vereinsvorsitzender ist sein Sohn Thomas Marzari, und dessen Sohn wiederum ist Gerätewart.

„Bei der Feuerwehr musste ich wegen meines Alters aufhören, gerne wäre ich länger aktiv geblieben, aber mit dem 60. Geburtstag ist Schluss mit Löschen“, bedauert Marzari und erzählt: „Ich war Lkw-Fahrer und hatte neben dem Beruf noch die Ehrenämter. Wenn die Feuerwehr mich gebraucht hat, habe ich alles stehen und liegen gelassen.“

Diese drei verborgenen Engel wurden geehrt, damit ihre Engelhaftigkeit eben nicht mehr im Verborgenen schlummert. Der Verein Verborgene Engel geht deshalb mit guten Einzelbeispielen an die Öffentlichkeit, um für das Ehrenamt zu werben und engagierten Personen öffentlich Wertschätzung zukommen zu lassen.

Verborgene Engel für 2019 gesucht

Vorschläge Jeder kann Vorschläge mit Namen, Anschrift und Telefonnummer  sowie kurzer Beschreibung der Tätigkeit der Person oder Gruppe bzw. des Projektes an Verborgene Engel, Saalbaustr. 13, 89233 Neu-Ulm, verborgene-engel@gmx.de richten.