Umwelt Rheinschwimmer zu Besuch an der Donau

Ulm / cst 07.12.2018

Wer 1231 Kilometer weit den Rhein von der Quelle bis zur Mündung in die Nordsee geschwommen ist und dabei täglich Wasserproben genommen hat, kann dies kaum in einer Stunde erzählen. Prof. Andreas Fath konnte es – ohne Punkt und Komma, mit witzigen Kommentaren und anhand vieler Bilder. Selbst Probengläschen und verwittertes Mikroplastik kramte der Hochschul-Professor aus Furtwangen aus seinem Koffer. Der Verein Bürgerimpulse Ulm hatte den Chemieprofessor und Umweltaktivisten zum Vortrag ins Sparkassen-Forum eingeladen. Rund 150 Zuhörer waren gekommen, um Antworten zu erfahren auf die Frage „Sind Ozeane, Seen und Flüsse Müllkippen der Welt für Mikroplastik und sonstigen Unrat?“ Eine Schulklasse unter den Gästen hörte vermutlich ihre erste Chemievorlesung, denn Fath sparte nicht mit Fachausdrücken und Formeln.

Keine Tabs in die Spülmaschine

Zurück zum Rhein: Unterstützt von Sponsoren hatte sich der Langstreckenschwimmer „die Fahrrinne mit Frachtschiffen geteilt“ und war kaum an den steilen Kanalufern aus dem Wasser gekommen. An Land wurde er von besorgten Hausfrauen verköstigt und musste Bürgermeistern zuhören, die davon schwärmten, wie viele Reinigungsstufen ihre Kläranlage schon habe. Zumindest hat Fath mit seiner „verrückten Aktion“, wie sie Medien in Deutschland und den Niederlanden bezeichneten, drei Ziele erreicht: 1. Die Nordsee: „Nie war Salzwasser so schmackhaft“. 2. Spenden für die Forschung. 3. Dass bei der Bevölkerung „das Bewusstsein für einen sorgsameren Umgang mit Wasser geweckt wurde“. Ob die Menschen deshalb weniger Kontrastmittel und Hormone schlucken, die zu 90 Prozent wieder ausgeschieden werden, oder dass sie keine Tabs (Korrosionsschutz) mehr in die Spülmaschine werfen, kann Fath nur hoffen. Und dass weniger Plastik benutzt wird und dieser Abfall „sauberer getrennt wird“.

Erfreuliche Ergebnisse seiner Wasseranalysen seien gewesen, dass die Nitrat-, Phospat- und pH-Werte „im Bereich der Trinkwasserqualität liegen“. Er habe zwar dem Rhein die Proben per Filterpumpe entnommen, und in der Donau hatten andere Wissenschaftler Wasserproben per Schleppnetz gezogen. „Jedoch dürfte die Donau so sauber sein wie der Rhein“, vermutet Fath. Was noch zu beweisen wäre. Nachdem der Langstreckenschwimmer nach dem Rhein (2014) noch den Tennessee River (2017) in den USA durchschwommen hatte, sagte er jetzt in der Sparkasse Neue Mitte: „Vielleicht kommt die Donau ja auch noch dran“.

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