Ulm/Neu-Ulm / Verena Schühly Die UNT stellt ihre Zahlen für 2018 vor: Erstmals gab es mehr als 900.000 Übernachtungen in Ulm/Neu-Ulm. Das Hotelangebot wächst weiter.

Erstmals hat die Tourismus-Statistik die 900.000-er Marke geknackt: Im Jahr 2018 wurden 918.867 Übernachtungen in Ulm und Neu-Ulm registriert. Die „absolute Topmarke“, entstanden durch ein Plus von 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, vermeldete am Mittwoch Wolfgang Dieterich, Geschäftsführer der Ulm/Neu-Ulm Touristik (UNT). „Das ist der neunte Rekord in Folge.“ Damit profitiere auch Ulm vom boomenden Städtetourismus.

Zum Erfolg trägt bei, dass es in der Doppelstadt immer mehr Hotels gibt: Seit vergangenem Jahr sind es insgesamt 5535 Betten. Im Vergleich: Vor fünf Jahren waren es noch 4471 Betten, vor zehn Jahren 3554 Betten. Die beiden größten Neuzuwächse sind das Leonardo-Hotel am Blaubeurer Ring in Ulm mit 148 Zimmern und das B&B-Hotel am Allgäuer Ring in Neu-Ulm mit 123 Zimmern.

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„Die Zahl der Betriebe und deren durchschnittliche Größe nimmt zu“, berichtete Dieterich. Dafür stehe auch, dass immer mehr internationale Hotelketten in der Doppelstadt Häuser eröffnen. Die Folge ist allerdings: Die Belegungsquote sinkt. Im Jahr 2018 lag sie bei 46,8 Prozent, im Vorjahr waren es noch 49,7 Prozent. Der UNT-Chef sieht es „mit Schrecken“, dass es trotz der jetzt erreichten Marke von mehr als 5000 Betten „noch weitere Hotelpläne“ gibt: „Die Betriebe stehen in immer stärkerer Konkurrenz. Es gibt einen Preis- und Qualitätswettbewerb.“ Dieterich fürchtet, dass sich „die kleineren inhabergeführten Hotels, in denen es einen Sanierungsstau gibt, auf lange Sicht schwer tun“.

Wohnmobilisten mitgezählt

Dabei erfasst die UNT-Statistik gar nicht alle Touristen. Sondern sie zählt nur die, die in Hotels mit mehr als zehn Betten nächtigen und die mit dem Wohnmobil kommen. Letzteres waren 2018 rund 18.000 Menschen.

Wer also in kleineren Hotels, bei privaten Vermietern oder in Ferienwohnungen unterkommt, fliegt unter dem UNT-Radar. Wie groß sieht Wolfgang Dieterich die Konkurrenz durch Airbnb? „Bei uns gibt es nicht die bedrohliche Entwicklung wie in anderen Städten“, dass Ferienwohnungen die private Vermietung verdrängen. Zahlen von etwa 60 Airbnb-Anbietern in Ulm sind veraltet, wie Dieterich selbst zugibt; neuere nennt er nicht. „Generell aber muss man sagen: Das nimmt ganz klar zu.“ Eine Stichprobe unserer Zeitung im Internet hat gestern mehr als 300 Objekte in der Region aufgelistet.

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Auf einem „Allzeithoch“ bewegt sich die Zahl der Ankünfte: 577 943 Gäste wurden 2018 registriert. Das waren 10,7 Prozent mehr als 2017 und 90,7 Prozent mehr als noch im Jahr 2009. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 1,6 Tage.

Wie Dieterich weiter ausführte, sind rund drei Viertel aller Gäste Geschäftsreisende, die zu Tagungen, Messen, Kongressen und Firmenbesuchen hierher kommen: „Beide Städte profitieren von der guten Wirtschaftslage.“ Das bedeutet auch: 25 Prozent sind „echte Touristen, die sich ihr Ziel freiwillig ausgesucht haben“. Attraktive Angebote, wie sie beispielsweise die Ratiopharm-Arena oder das Wiblinger Open Air böten, schlagen sich für den UNT-Geschäftsführer in dieser Quote nieder. „Gäste wollen Events.“

Kampagne „Zweilandstadt“

Andere Städte könnten mit Musicals oder einer Donauschifffahrt, die die Kapazität des Ulmer Spatzes deutlich übersteigt, punkten. Die jetzt startende Marketingkampagne „Zweilandstadt“ soll – insbesondere in den sozialen Medien – mehr Besucher nach Ulm und Neu-Ulm locken und auf das Potenzial der Region aufmerksam machen.

75 Prozent aller Übernachtungen entfallen auf Besucher aus Deutschland. Von den ausländischen Gästen kommen die meisten aus der Schweiz, gefolgt von den Niederlanden, Italien, Österreich und Belgien.

Das Fazit von Wolfgang Dieterich: „Tourismus ist bei uns ein großer Wirtschaftsfaktor.“ Er rechnet damit, dass die Millionen-Grenze bei den Übernachtungen in zwei, drei Jahren zu knacken ist. Allerdings sei das abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung: „Wenn es wieder eine Rezession gibt wie 2009, werden auch wir das anhand zurückgehender Zahlen spüren.“

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