Bereits seit Jahren werden radioaktiv belastete Reststoffe von Atomkraftwerken nur durch einen simplen Mess- und Verwaltung-Akt namens "Freimessung" aus der Obhut der staatlichen Atomaufsicht entlassen. Diese Reststoffe landen nach dieser "Freimessung" ohne weitere Kontrollen zur freien Verwertung in der Umwelt, auf Deponien oder in Müllverbrennungsanlagen (wie z.B. das AKW-Abrissmaterial als Gewerbemüll in der Müllverbrennungsanlage Weissenhorn). Durch eine "Freimessung" wird die radioaktive Belastung der Reststoffe nicht vermindert, sondern lediglich duch einen Verwaltungsakt für unbedenklich erklärt. Durch den anstehenden Abbau der stillgelegten Atomanlagen sind in allen deutschen Bundesländern zusammengerechnet mehrere Millionen Tonnen radioaktiv belasteter Müll zu erwarten, die so nicht mehr kontrollierbar in der Umwelt verteilt werden.

Daten und Berechnungen nicht nachvollziehbar

Die wesentlichen Kritikpunkte der Unterzeichner sind: Die für die "Freimessung" zugrunde liegenden Daten und Berechnungen sind nicht nachvollziehbar, da Ausgangsbasis und Rechenvorgang nicht offengelegt sind; sie beruhen auf veralteten Annahmen und Daten und entsprechen nicht dem Stand von Wissenschaft und Technik; die Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung durch radioaktive Stoffe, gerade auch im Niedrigstrahlungsbereich, ist zu optimistisch angesetzt und muss neu bewertet werden. Die Ulmer Ärzteinitiative, IPPNW regt zusammen mit den unterzeichnenden Gruppen bei den Umweltministern ein Moratorium an, bei dem das radioaktiv belastete Material, das beim Abriss der Atomanlagen entsteht, so lange unter Atomaufsicht gesichert am jeweiligen Standort aufzubewahren, bis klar ist, welche Mengen in Deutschland anfallen und ein Konzept zur langfristigen Aufbewahrung erarbeitet ist.

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