Kasper und Seppel kommen mal wieder auf die Bühne: Heute, Mittwoch, feiert „Der Räuber Hotzenplotz“ am Theater Ulm Premiere, es ist das diesjährige Kinderstück im Großen Haus. Damit die Abenteuer Eindruck auf das junge Publikum machen, braucht es nicht nur überzeugende Darsteller, sondern auch passende Musik. In Valentin Strohs Inszenierung erklingen Hackbrett, Zither und Gitarre. Die Musik komponiert und aufgenommen hat das Lanzinger Trio: Lieder, Polkas, aber auch Geräusche. „Unsere Musik passt sehr gut zu der Inszenierung“, erklärt der 43-jährige Jörg Lanzinger. „Für uns war das ein Glückstreffer.“

Die drei Bayern sind enorm vielseitig. In klassischer Stubenmusikbesetzung spielt sich Lanzinger mit Komalé Akakpo und Hannes Mühlfriedel ganz unklassisch quer durch alle Stile. „Wir zwingen uns nichts auf“, sagt Mühlfriedel. Mit Rock, Jazz, Pop, Walzern und Volksmusik ist das Trio auf Kleinkunstbühnen zu sehen und zu hören, es experimentiert mit seinen Instrumenten.

Am Wochenende waren sie auf dem Hackbrettfestival in Söflingen. Ihr aktuelles Programm heißt „Welt Raum Volks Musik“, alle drei haben dazu Stücke beigesteuert. „Jeder von uns hat seinen ganz eigenen Stil“, sagt Lanzinger. Mit ihren Instrumenten gehen sie kreativ um, für die „Hotzenplotz“-­Musik haben sie aber noch auf ein Hilfsmittel zurückgegriffen. „Für die Kaffeemaschine habe ich eine Salatschleuder benutzt“, verrät Akakpo.

Im Mai traf sich das Trio erstmals mit Regisseur Stroh und ließ sich von seinem Konzept inspirieren. Zum Beispiel vom Unken-Teich: „Da habe ich versucht, eine Tropfsteinhöhle klanglich umzusetzen“, sagt Lanzinger. Die Anforderungen des Theaters zwang die drei quasi dazu, ihre Musik weiter zu denken. „Es war ein kreativer Lernprozess. Ich bin durch diese Arbeit darauf gekommen, etwas mehr auszuprobieren.“

Eine Veröffentlichung der Musik ist nicht geplant, das Trio hätte aber Lust auf weitere Projekte für Theater oder Filme. „Es gibt kein anderes Ensemble, das mit diesen Instrumenten so umgeht“, sagt Akakpo. „Teilweise hören sich unsere Klänge an wie von Synthesizern.“