So wenig die Ulmer und Neu-Ulmer die Donau noch als Grenze wahrnehmen, starr kann sich die in ihrer Mitte laufende Landegrenze verwalterisch auswirken. In seiner Sitzung am Dienstagabend erfuhr der Bauausschuss des Ulmer Gemeinderats zu seiner Überraschung, dass er den Abriss einer denkmalgeschützten Brücke beschlossen hat. Jedenfalls was die baden-württembergische Seite angeht. „Das hört sich jetzt vielleicht wie ein Witz an, aber die Gänstorbrücke steht bis zur Flussmitte unter Denkmalschutz“, sagte Baubürgermeister Tim von Winning am Rande des Tagesordnungspunkts, in dem sein Amt den Räten das Verfahren vorstellte, wie der Neubau an der Donau ausgeschrieben werden soll.

Gänstorbrücke Ulm und Neu-Ulm Zeitplan für Neubau steht

Ulm

Spezielle Genehmigung soll Abriss der Gänstorbrücke ermöglichen

Während den bayerischen Denkmalschützern die Hälfte auf Neu-Ulmer Seite nicht denkmalwürdig erschien, hatte das Landesamt für Denkmalpflege auf baden-württembergischer Seite der Ulmer Verwaltung mitgeteilt, dass ihre Hälfte als geschützt zu bewerten sein. Tim von Winning will bei der Landesbehörde nun eine Abrissgenehmigung für seine Hälfte des maroden Brückenbauwerks erwirken.

Die Gänstorbrücke, die inzwischen nur noch für Fahrzeuge bis 24 Tonnen Gewicht zugelassen ist, soll von einem Neubau abgelöst werden. Derzeit beschäftigt sich die Ulmer Bauverwaltung mit der Auslobung eines europaweiten Wettbewerbs.

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