Komplikationen auf der Linie 2: Weil Ampelschaltungen auf der neuen Straßenbahnstrecke nicht richtig funktionieren, kam es am Montag den ganzen Tag zu Verspätungen, die bis in den Abend immer gravierender wurden. Und das, obwohl die SWU schon früh beschlossen hatten, die neue Tram wegen der Probleme bis auf Weiteres nur vom Kuhberg bis zum Botanischen Garten fahren zu lassen. Wer weiter Richtung Science Park II will, muss derzeit in einen Bus umsteigen. Allein, die SWU-Strategie half nichts: „Der Verkehr ist ziemlich in Unordnung geraten“, sagte Sprecher Bernd Jünke auf Anfrage.

Bis zum Abend hatte die Linie 2 demnach satte 20 Minuten Verspätung. Tagsüber waren es „nur“ fünf bis zehn Minuten gewesen. Das hatte auch Auswirkungen auf den restlichen Nahverkehr: Spät dran waren laut Jünke auch die Linie 1 sowie die Buslinie 5, die über den Berliner Ring zur Wissenschaftsstadt fährt. Um kurz vor 18 Uhr war am Hauptbahnhof zu beobachten, wie sich mehrere Straßenbahnen und Busse von der Post beinahe bis zum ZOB mit eingeschalteter Warnblinkanlage hintereinander aufreihten – ein Phänomen, das sich dann aber rasch auflöste.

Weshalb es zu dieser Stauung kam und weshalb die Ampeln nicht so schalten, wie sie sollen, war am Montag nicht zu klären. „Die Mitarbeiter haben alle Hände voll zu tun“, vertröstete Jünke. „Die SWU Verkehr arbeitet zusammen mit der für die Ampeln zuständigen städtischen Abteilung an der Behebung des Problems.“ Er hob hervor, dass das ganze System der Linie 2 deutlich komplexer ist als das der Linie 1: Zwischen den jeweiligen Endhaltestellen an Kuhberg und Eselsberg kreuzt die Straßenbahn an 33 Knotenpunkten den Verkehr.

Auto steckt im Gleisbett

Und an denen kommt es zurzeit immer wieder zu kuriosen Unfällen: So fuhr am frühen Sonntagabend zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage am Kuhberg ein Auto ins Gleisbett der Straßenbahn und blieb dort stecken, konnte aber relativ schnell befreit werden. „Das Miteinander von Straßenbahn, Pkw und Fußgängern muss sich einfach einpendeln“, sagt Jünke. „Da kann es zu Pannen kommen.“

Dazu gehört offensichtlich auch, dass Mitarbeiter am Sonntag am Theater teilweise händisch die Weichen stellen mussten. Bereits an diesem Tag habe es Probleme mit der Ampelschaltung gegeben. Allerdings habe erst der dichte Taktverkehr am Montag die Linie 2 aus dem Tritt gebracht, berichtet Jünke.

Störungen im Stundentakt

Auf der Facebook-Seite der SWU Verkehr lässt sich der Verlauf der Störungen am Montag nachvollziehen. 8.37 Uhr: Störung Haltestelle Stadtwerke. Gegen 8 Uhr war dort ein RAB-Bus liegen geblieben und hatte die Weiterfahrt der Straßenbahn blockiert, weshalb die SWU einen Schienenersatzverkehr einrichten mussten. 9.49 Uhr: Störung an der Haltestelle Justizgebäude. 10.02 Uhr: Fahrzeugstörung auf beiden Linien, wieder Schienenersatzverkehr. Um 11.03 Uhr dann die Meldung, dass zwischen Universität Süd und Science Park II Busse fahren. 16:46 Uhr: Technischer Defekt, die Linie 5 mit der Abfahrtszeit 17.22 Uhr vom Theater bis zur Universität Süd entfällt. Schließlich 17.50 Uhr: Störungen und Verspätungen auf Linie 1 und 2.

Kaum Infos für Fahrgäste

Wer nicht auf die Idee kam, auf die Facebook-Seite zu schauen, stand aufgrund der mageren Informationspolitik der SWU recht verlassen am Eselsberg: Weder Mitarbeiter noch Schilder machten die Fahrgäste auf den Ausfall der Tram aufmerksam. Noch dazu zeigte der Ersatzbus nicht etwa die „2“ an – auf dem Display war „Bitte nicht einsteigen“ zu lesen. Jünke weist darauf hin, dass man ohnehin besser an der Haltestelle Universität Süd umsteigen solle. Dennoch wollen die SWU mit Infos nachbessern.

Hier finden Sie die Fahrzeugstandorte des SWU-Nahverkehr

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Die neue Linie


33 Knotenpunkte, an denen die Straßenbahn den Individualverkehr kreuzt, gibt es entlang der Strecke der Linie 2 zwischen den Endhaltestellen.