Es ist ein Zeichen von Stärke und Intelligenz, Fehler zuzugeben und Konsequenzen zu ziehen. Die Stadt Ulm hält nun an ihrem umstrittenen 50.000 Euro teuren Imagefilm fest. Augen zu und durch? Das klingt just bei einem Film seltsam. Schon das Video dient nicht der Imagepflege, diese Entscheidung tut es zweimal nicht.

Die Verteidiger des Films sprechen von Fehlinterpretationen; von Tabus, die man nicht akzeptieren dürfe. Und sowieso erkennen nicht alle Zuschauer die Schwarze Sonne, das rechtsextreme Tattoo. Doch das alles führt am Kern des Problems vorbei.

Was an dem Film problematisch ist, kann man einfach erklären: Er zeigt auch die Geschichte eines Nazi, dem ein Arzt mit Migrationshintergrund und eine Nonne helfen – doch das führt bei ihm zu keinem sichtbaren Wandel, er zeigt keine Reaktion. Und das wird als zur Vielfalt in unserer Stadt gehörend dargestellt, also in einem positiven Zusammenhang. Da gibt es nichts zu interpretieren. Das ist gut gemeint und schlecht gemacht.

Es ist zu hoffen, dass die Entscheidungsträger in der Stadt zumindest verstehen, was an dem Film problematisch ist, selbst wenn sie nun aus welchen Erwägungen auch immer an ihm festhalten. Wer nur Klicks oder Likes zählt, lässt sich täuschen. Was bleibt, ist ein Imageschaden.