Manche Städte sind besonders streng, wenn es um Müllsünder geht. In Baden-Baden zum Beispiel zahlen Einwohner bis zu 100 Euro, wenn sie ihre Mülltonnen zu früh auf die Straße stellen. Klingt absurd, soll aber für mehr Sauberkeit sorgen. Tonnen dürfen am Vortag erst ab 16 Uhr bereitgestellt werden. Für die Kontrolle hat die Stadt Baden-Baden sogar eine eigene Stelle eingerichtet.

Zahlen Ulmer auch für zu früh raus gestellte Tonnen?

Nach Aussage von Lutz Schönbrodt, Abteilungsleiter für Abfallwirtschaft der Entsorgungsbetriebe Ulm (EBU), gibt es zwar eine Satzung, die das Aufstellen von Mülltonnen regelt. Demnach hat der Bürger dafür zu sorgen, dass seine Tonne „zeitnah am Abfuhrtag“ bereitsteht und auch wieder zurückgebracht wird.

Durch die vage Formulierung sieht Schönbrodt in Ulm jedoch kein Problem, wenn Mülltonnen mehrere Tage vor Abfuhrtermin an die Straße gestellt werden. Ein Bußgeld gar sei für zu früh bereitgestellte Tonnen nicht zu erwarten.

EBU-Mitarbeiter öffnen und kontrollieren Gelbe Säcke

Die eigentlichen Aufreger bleiben für Lutz Schönbrodt falsch befüllte Biotonnen und gelbe Säcke. Enthalten Gelbe Säcke etwa Bio- oder Hausmüll, werden diese nicht mitgenommen.

Die EBU hat eigens dafür zwei Stadtreiniger dafür abgestellt, die die Säcke aufmachen und nach Hinweisen auf den Verursacher suchen. Werden sie dabei fündig, wird ein Bußgeld fällig. Und das hat sich gewaschen: Bis zu 800 Euro kann es kosten, wenn die Müllabfuhr im Gelben Sack Fehlwürfe entdeckt.

Ulm hat Probleme mit illegal entsorgtem Müll

Ulm hat immer wieder auch Probleme mit illegal abgelagertem Müll, etwa an öffentlichen Containern für Altglas und Altpapier. Eine zusätzliche Arbeit, die für die Mitarbeiter der EBU anfällt. Hier setzt die Stadt auf den wachsamen Bürger: Über diese App kann jeder solche Müllablagerungen melden.

Und wie sieht es in Neu-Ulm aus?

Die Stadt Neu-Ulm hat keinen eigenen Bußgeldkatalog für Müllsünder, denn dafür wäre das Landratsamt Neu-Ulm zuständig. Dieses wiederum richtet sich nach dem bayernweiten „Bußgeldkatalog Umweltschutz“ von 2011, der dem alten von Ulm ähnelt. Für die falsch entsorgte Zigarettenschachtel, den Pappbecher, den Inhalt eines Auto-Aschenbecher und selbst für die Bananenschale sind 20 Euro fällig. Plastikflasche und Blechdose liegen bei 35 Euro.

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