Rock Justin Sullivan begeistert im Eden

ulm / Christoph Schmidberger 13.03.2018

Das Eden hat eine sündige Vergangenheit. Kein anderer Ort wäre geeigneter gewesen, für den Briten Justin Sullivan (61) zur Bühne eines Abends voll düsterer Geschichten und Moritaten zu werden. Seine 1980 gegründete Stammband New Model Army hatte der Songwriter, Gitarrist und Sänger zu Kultstatus geführt. Clubtouren aber sind für Sullivan, der sich als „road whore“ outete, ein Heimspiel – erst Recht, wenn er sich dabei nur mit der akustischen Gitarre begleitet.

Im Rotlicht des Clubs gerieten die 200 dicht gedrängten Besucher immer mehr ins Schwitzen. Schon das Intro mit „All Consuming Fire“ wies mit rhythmischen Akkordanschlägen und knurrendem Sprechgesang die Marschrichtung, die genug Raum für Anekdoten aus dem Erfahrungsschatz des Weitgereisten ließ, der nach wie vor Protestkultur und Rocksongs mit Punk-Ethos und Folk-Attitüde zu einer wütenden Mischung vereinen kann.

Auch wenn seine markante Zahnlücke behoben wurde und gelegentlich poppige Beats aus seinem Smartphone zum Einsatz kamen, ist Sullivan dennoch ein vom Geist der Thatcher-Ära Umgetriebener, der vielleicht gerade in Zeiten von Theresa May neue Nahrung für sein musikalisches Schaffen erhält: „Wenn ich das nächste Mal bei euch auftreten möchte, brauche ich wahrscheinlich eure Unterschriften!“ scherzte er.

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