Das Systemhaus IT-Informatik befindet sich in Schwierigkeiten und hat beim Amtsgericht Ulm die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in der Magirus-Deutz-Straße beim Stadtregal. An dem Standort war auch schon der Bauträger Inova in Probleme geraten.  IT-Informatik beschäftigt rund 400 Mitarbeiter. Der Großteil der Belegschaft ist mit 370 Mitarbeitern in Ulm tätig. Darüber hinaus gibt es Standorte in Berlin, Hamburg und Barcelona. Die Eigenverwaltung solle dazu genutzt werden, die Firma neu zu positionieren, heißt es in einer Mitteilung der Insolvenzkanzlei Pluta. Michael Pluta ist als Sachwalter der Gläubiger in den Sanierungsprozess eingebunden.

Eigenverwaltung: Geschäftsbetrieb kann fortgeführt werden

Im Rahmen der Eigenverwaltung kann IT-Informatik unter Gläubigerschutz selbst notwendige Sanierungsmaßnahmen einleiten und umsetzen. Dazu ist seitens der Stuttgarter Kanzlei Grub Brugger nun Martin Mucha als Generalbevollmächtigter in die Firma eingetreten. Er wird in der Mitteilung wie folgt zitiert: „Trotz des eingeleiteten Sanierungsverfahrens kann der Geschäftsbetrieb der IT-Informatik uneingeschränkt fortgeführt werden. Alle Aufträge werden weiter pünktlich und in gewohnter Qualität erfüllt.“ Er unterstützt das Management bei der Restrukturierung.

IT-Informatik: Löhne vorerst gesichert

Die Löhne und Gehälter sind vorläufig über das Insolvenzgeld gesichert. Mucha: „Das verschafft uns zu Beginn des Verfahrens wichtigen finanziellen Spielraum, um den Sanierungsprozess zügig voranzutreiben.“ Auch die Reaktionen von Kunden und Lieferanten seien verständnisvoll. Die bei einer Mitarbeiterversammlung informierte Belegschaft trage die Sanierung mit. Dazu Sachwalter Pluta: „Es ist ein gutes Signal, dass die Mitarbeiter in dieser herausfordernden Zeit zum Unternehmen stehen.“ Demnach treibt der neue Geschäftsführer Christoph Deinhard die Sanierung schon seit seinem Amtsantritt in Januar voran. Er äußert sich wie folgt: „Die IT-Informatik ist ein solides Unternehmen, welches bisher vertrauensvoll am Markt agiert hat und auch in Zukunft agieren wird. Wir blicken positiv in die Zukunft und sehen die Chance der notwendigen Änderungen in Struktur und Prozessen nun erheblich schneller und nachhaltiger umzusetzen, als dies außerhalb eines Verfahrens möglich gewesen wäre.“ Der Hauptinvestor, die Beteiligungsgesellschaft BWK, steht hinter der Firma. BWK-Chef Jürgen Wolf betrachtet die Voraussetzungen für die Sanierung als gut. IT-Informatik. gegründet 1987, ist Spezialist für Hard- und Software, vor allem SAP-Anwendungen.

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