Beteiligung Innenstadtdialog in Ulm gestartet

Ulm / Chirin Kolb 04.12.2018
Zum Start des Innenstadtdialog trafen sich erstmals Vertreter mehrerer Interessengruppen. Die Bürger sind später dran.

Wesen eines Dialogs ist es, dass mindestens zwei miteinander sprechen. Beim ersten Treffen des von OB Gunter Czisch gestarteten Innenstadtdialogs griffen die Teilnehmer im Saal des Schwörhauses aber erst mal zum Kugelschreiber. Der von der Stadt mit der Begleitung des Dialogs betraute Joachim Will vom Büro Ecostra hatte die 16 Vertreter von Interessengruppen aufgefordert, Themen aufzuschreiben, bei denen Handlungsbedarf besteht – also aufzulisten, was sie stört in der Innenstadt, wo sie Probleme sehen, was verbessert werden kann und wie.

Ein großes Thema: der Verkehr. Ob stehender, weil stauender oder parkender, herumirrender, weil Parkplatz suchender oder fehlgeleiteter, die Innenstadt verstopfender, weil anliefernder Verkehr. In vielen Nennungen ging es um Mobilität als solche, um Fußgänger und Radfahrer, Nahverkehr, E-Mobilität, Car-Sharing. Zum Beispiel: Auf einem Zettel stand „autofreie Zonen ausweiten“, auf einem anderen „Verkehrsfluss gewährleisten“ oder „grüne Welle optimieren“.

Im Innenstadtdialog soll es natürlich nicht nur um Mobilität gehen, sagte der OB. Sondern um alles, was Innenstadt ausmacht. „Wir wollen herausfinden: Was sind die harten Themen, die die Bürger beschäftigen?“ In einem ersten Schritt konnten die Vertreter der Interessengruppen einen Input liefern. Es nahmen teil IHK, Ulmer City, Regionale Planungsgruppe, Ulm/Neu-Ulm Touristik, Hotel- und Gaststättenverband, SWU, Lokale Agenda, die Vereine „Leben in der Stadt“ und „Stadtempfinden“ sowie Stadträte aller Fraktionen.

Neue Formate

Sie alle sollen sich fortan einmal monatlich einen Nachmittag lang zusammensetzen und tiefer in die Diskussion einsteigen, dann auch gezielt zu einzelnen Themen. So sollen erste Handlungsempfehlungen entstehen, die dem Gemeinderat vorgelegt werden. Auch die Bürger werden beteiligt. Die Stadt denke dabei auch über neue Formate nach, sagte Markus Mendler von der Stadt Ulm.

Unterschiedliche Interessen sollen sich im Innenstadtdialog spiegeln. OB Czisch rief zum Mitmachen auf: „Nichts soll unausgesprochen bleiben.“ Am Ende stehe aber die Abwägung.

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Wer den Dialog koordiniert

Akteure Von der Stadtverwaltung sind zwei Mitarbeiter mit dem Innenstadtdialog befasst: Volker Jescheck, der bisherige Chef-Stadtplaner, und Markus Mendler, früher Ortsvorsteher von Gögglingen-Donaustetten und jetzt stellvertretender Leiter der Abteilung Liegenschaften. Die Stadt hat sich außerdem externen Sachverstand an Bord geholt in Person von Dr. Joachim Will vom Büro Ecostra Wirtschafts-, Standort- und Strategieberatung aus Wiesbaden. Er begleitet den gesamten Dialog.

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