Nahverkehr Hybrid-Linienbusse ab Freitag unterwegs in Ulm und Neu-Ulm

Diskutieren über Busse (von links): André Dillmann (SWU-Verkehr), OB Gunter Czisch, Klaus Eder (SWU-Holding).
Diskutieren über Busse (von links): André Dillmann (SWU-Verkehr), OB Gunter Czisch, Klaus Eder (SWU-Holding). © Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm/Neu-Ulm / Von Carolin Stüwe 08.11.2018

In einem Monat wird die neue Straßenbahnlinie 2 in Betrieb genommen. Ein bisschen elektrisch fahren schon drei von fünf Hybridbussen abwechselnd auf den Hauptlinien der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU):  Buslinie 3 (Wiblingen – Universität), 4 (Grimmelfingen – Böfingen) sowie 5 (Wissenschaftsstadt – Ludwigsfeld). Man erkennt die grau-weißen Mercedes-Gelenkbusse mit der SWU-blauen Front momentan vor allem daran, dass sie noch keine Werbung tragen. Und die Zielort-Anzeige leuchtet nun nicht nur vorne, sondern auch oben am Heck in LED-Weiß.

Hybrid heißt in diesem Fall, dass der Euro-6-Antrieb per Dieselkraftstoff bei Bedarf durch einen Elektromotor entlastet wird. Denn Strom entsteht beispielsweise beim Bremsen und beim Bergabfahren. Ein Generator wandelt unter anderem die freiwerdende Bremsenergie in elektrische Energie um, und diese wird kurzzeitig in Kondensatoren (auf dem Dach) gespeichert und bei Bedarf beim Anfahren oder Beschleunigen verbraucht. „Dadurch sparen wir bis zu 8,5 Prozent Kraftstoff“, sagte SWU-Verkehr-Geschäftsführer André Dillmann am Freitag bei der Vorstellung der neuen Hybridbusse auf dem Ulmer Messegelände.

Die ersten Stadtbusse des Modells Citaro Hybrid in Ulm seien eine „Signalwirkung oder fast schon ein richtiger Masterplan zur Neustrukturierung des Nahverkehrs bezüglich Elektromobilität“, sagte Oberbürgermeister Gunter Czisch. „Denn wir sollten erst was tun, bevor wir über Fahrverbote reden.“ Entsprechend erarbeiten die Stadtwerke derzeit eine Machbarkeitsstudie zu alternativen Antriebstechniken. Untersucht wird, ob sich der reine Elektroantrieb überhaupt mit langen Steigungsstrecken wie hoch zum Eselsberg vereinbaren lässt. Allerdings sind reine Elektrobusse wesentlich teurer, während ein technisch hochwertiger Diesel-Gelenkbus 350.000 Euro kostet plus 10.000 Euro für besagten Elektromotor.

Kauf weiterer Hybridbusse geplant

Der SWU-Fuhrpark besteht derzeit aus 10 Straßenbahnen und 65 Bussen. Im Schnitt darf die gesamte Flotte nicht älter als acht Jahre alt sein. Bereits 2019 sollen sieben weitere Hybridbusse angeschafft werden. Noch mehr Stromausbeute  gehe aber nicht, „es ist schon das Beste, was wir derzeit kriegen können“, sagte SWU-Holding-Geschäftsführer Klaus Eder.

Übrigens: Die jetzigen Straßenbahnen erzeugen ebenfalls bereits Strom beim Bergabfahren und die künftigen sowieso. Denkbar wäre, dass eines Tages der erzeugte Strom irgendwo an der Linie 2 „in einem schönen Überseecontainer“ gespeichert und dann in der Nähe ein Wohnquartier mit Strom versorgt wird, sagte Eder.

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Genauso lang, aber etwas leiser

Technik Der Citaro Hybrid ist 18 Meter lang, also so lang wie die herkömmlichen Gelenkbusse der Stadtwerke Verkehr. Er hat 42 Sitz- und 103 Stehplätze. Der etwas leisere Euro-6-Motor ist 353 PS stark, der Elektromotor hat eine Leistung von 14 Kilowatt. Leer ist der Hybridbus 28 Tonnen schwer. Er wurde ausgestattet mit W-LAN und USB-Ladebuchsen.

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