In einer bewegenden Trauerfeier haben Familie und Freunde von Maximilian Reinelt Abschied genommen. Hunderte Menschen waren auf den Ulmer Hauptfriedhof gekommen. Das Entsetzen über den frühen Tod des Ruder-Olympiasiegers, der am Wochenende im Alter von 30 Jahren beim Langlaufen in der Schweiz gestorben war, stand allen Trauergästen ins Gesicht geschrieben.

„Mach’s gut, Vize“, mit diesen einfachen Worten verabschiedete sich Pfarrer Manfred Rehm von Reinelt, nachdem er zuvor in der Aussegnungshalle eine sehr persönliche Trauerfeier gehalten hatte. Als Vikar in Ulm habe er Maximilian Reinelt kennengelernt, der damals noch Ministrant war. Eine Freundschaft ist daraus erwachsen. Eigentlich hätte Rehm im Herbst Reinelt und Viola Pfersich trauen sollen.

In den Trauerreden, gehalten vom Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Sporthilfe, Michael Ilgner, und dem Ulmer Ruder-Chef Raimund Hörmann, wurde nochmals deutlich, wie sehr der Ulmer von allen geschätzt worden ist. Auch in den schriftlich formulierten Grüßen in den ausgelegten Kondolenzbüchern oder im Internet, zog sich eines durch: Max Reinelt war ein „feiner Kerl“, ein Vorbild im Sport wie im Leben. Einer, der fehlen wird.

Sie alle zeichneten das Bild eines jungen Mannes, der mitten im Leben stand, der viel gelacht hat und dessen Blick immer nach vorne gegangen ist. „Kopf hoch, zusammen schaffen wir das“, sagte Ilgner – das wäre wohl der Satz gewesen, den Maximilian Reinelt an dieser Stelle gesagt hätte.

Max Reinelt: humorvoll und bodenständig

Beide dankten Reinelt für das, was er für seinen Sport getan hat – egal, ob in Ulm oder in Dortmund, wo er während seines Studiums gelebt hat. „Nichts war ihm zu viel. Auch wenn die 24 Stunden seines Tages schon zweimal aufgebraucht waren“, beschrieb Michael Ilgner.

Auch Hörmann erinnerte an das verschmitzte Lächeln, an die Zeit im Ulmer Ruderclub Donau, wo Reinelt als Zwölfjähriger mit seinem Sport begonnen hat, „weil ihn seine Schwester im Waldlauf geschlagen hat“. Aussagen, die den Humor des Olympiasiegers andeuten, der „nie den feinen Max“ habe raushängen lassen. Bodenständig ist er geblieben, ein ganz normaler Ulmer Ruderer – auch als Olympiasieger.

Musikalisch gestaltet wurde die Beisetzung von den Georgs-Chorknaben, in deren Reihen Reinelt gesungen hat. Die Ulmer Ruder-Kollegen waren ebenso dabei wie die Freunde des Teams Deutschland-Achter. Sie waren es auch, die den Sarg trugen. Arm in Arm erwiesen sie ihrem Freund am Grab die letzte Ehre. Gemeinsam als Team.

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