Ulmer Viertklässler konnten am Mittwoch und Donnerstag von ihren Eltern in den Sekretariaten der weiterführenden Schulen angemeldet werden. Zahlen, wo  die Schüler dann weiterlernen, gab gestern Gerhard Semler, der Leiter der städtischen Abteilung Bildung und Sport, bekannt. Vom Ergebnis ist Semler nicht überrascht. Denn: Der Favorit unter den weiterführenden Schulen ist das Gymnasium, wie in den vergangenen Jahren auch.

727 Anmeldungen liegen für diese Schulart vor. An den Ulmer Realschulen sind es 273 Anmeldungen, an den Gemeinschaftsschulen 117 und an den Werkrealschulen 22. Das heißt: Die Verlierer sind die Gemeinschafts- und die Werkrealschulen.

Werkrealschule Von dieser Schulart, die dem Niveau der Hauptschule entspricht, gibt es in Ulm nur noch zwei: die Sägefeldschule in Wiblingen und die Eduard-Mörike-Schule in Böfingen. Doch für die 5. Klasse der Mörike-Schule sind gerade mal vier Schüler angemeldet worden –  zu wenig für eine Klasse. Da im vergangenen Schuljahr bereits keine 5. Klasse zustande gekommen war, bedeutet das nach dem Schulgesetz: „Die Werkrealschule in Böfingen wird aufgehoben“, sagt Mörike-Schulleiter Dieter Christoph. Die Schüler, die jetzt dort lernen, können höchstwahrscheinlich noch ihren Abschluss machen, doch die Schulart hört auf. Dabei ist  Christoph von der Werkrealschule überzeugt: „Es gibt Schüler, für die bieten wir das Richtige.“ Doch wenn Eltern anderer Meinung sind, könne er nichts machen. Die Schule wird sich ziemlich sicher zum Grundschulzentrum entwickeln. Denn für die 1. Klasse der Mörike-Schule wurden rund 70 Kinder angemeldet, Nachmeldungen stehen noch aus. Erhalten bleiben soll die Sägefeldschule in Wiblingen. Dort wird wahrscheinlich mit zwei fünften Klassen ins neue Schuljahr gestartet.

Gemeinschaftsschulen In Ulm sind an den vier Schulen dieser Schulart die Anmeldungen um fast 40 Schüler im Vergleich zum vergangenen Jahr zurückgegangen, „obwohl die Schulleitungen sehr geworben haben“, sagt Semler. Zwei der Gemeinschaftsschulen werden einzügig starten.

Realschule Zulauf haben die Realschulen, von denen es in Ulm drei gibt. Wobei laut Semler dort über 80 Kinder angemeldet sind, die eine Empfehlung für die Werkrealschule haben. Was David Langer, Schulleiter der Einstein-Realschule, als unproblematisch ansieht. Da die Realschule inzwischen das Lernen auf zwei Niveaustufen anbietet, sei für alle gesorgt. Den großen Zulauf an der Einstein-Schule begründet Langer mit den Profilen wie dem bilingualen Zug und dem Halbtagsangebot. Das sei beliebt, etwa bei Schülern aus dem Umland.

Gymnasium Die Schulart ist wieder der Favorit. Da nicht alle Schüler an ihrer Wunschschule lernen können, trafen sich gestern  Schulleiter, um die Kinder nach Kriterien wie dem Wohnort auf andere Gymnasien zu verteilen, erklärt Marius Weinkauf, geschäftsführender Schulleiter der hiesigen Gymnasien. Erstmals musste die Grundschulempfehlung bei der Anmeldung wieder vorgelegt werden. Was dazu führte, dass Weinkauf, Schulleiter am Essinger-Gymnasium, Eltern zum Gespräch bat, wenn die Empfehlung nicht fürs Gymnasium gedacht war. Er wollte wissen, warum sie ihr Kind dennoch dort anmelden. Die Gespräche seien ergebnisoffen gewesen, letztlich entscheiden die Eltern. Das neunjährige Gymnasium, das bayernweit wieder eingeführt wird, interessiert Ulmer Eltern nicht. Weinkauf: „Das ist kein Thema.“

Wo Schüler lernen