In nichtöffentlicher Sitzung hat der Gemeinderat am Mittwochabend den Reutlinger Vize-Feuerwehrchef Adrian Röhrle zum Nachfolger von Hansjörg Prinzing gewählt, der Ende Oktober 2020 altershalber in den Ruhestand geht. Röhrle setzte sich in der mündlichen Vorstellungsrunde gegen zwei Konkurrenten durch. Ursprünglich hatte es elf Bewerber gegeben, drei kamen in die Endauswahl. Der 42-Jährige kehrt mit seinem künftigen Engagement in der Donaustadt an die Wurzeln zurück. Der gebürtige Ulmer, der schon als Bub in der Freiwilligen Feuerwehr Unterweiler aktiv war und dort bis heute Mitglied ist, hat in Stuttgart Ingenieurwesen studiert.

Röhrles Karriere bei der Feuerwehr

2004 ergatterte Röhrle einen von bundesweit nur zwölf Referendariatsplätzen für den höheren feuerwehrtechnischen Dienst bei der Kölner Feuerwehr. Bis zu seinem Wechsel nach Reutlingen 2011 war er in der rheinischen Millionenstadt Oberbrandrat und dort auch unmittelbar nach dem spektakulären Einsturz des Stadtarchivs im Einsatz. In Reutlingen managte er 2013 den Einsatz nach Deutschlands bislang größtem Hagelsturm, bei dem binnen weniger Minuten ein Sachschaden von rund 3,5 Milliarden Euro entstanden war.

Überzeugt haben dürfte er die Mitglieder des Gemeinderats aber nicht nur deswegen. Auch auf Fragen zu Digitalisierung, Personalführung oder der für Ulm typischen Zusammenarbeit zwischen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Feuerwehrleuten hatte er fachkundige und eloquent vorgetragene Antworten parat. Fazit von SPD-Stadträtin Dagmar Engels: „Sie lassen nichts anbrennen.“