Ein Netto-Lebensmittelmarkt, der SWU-Betriebshof, eine Schlosserei, ein Gewerbepark im ehemaligen AEG-Röhrenwerk, zwei Spielhallen und ein Bordell – das alles existiert nebeneinander im Quartier Söflinger Straße/Kässbohrerstraße. Wenn Stadtplaner Peter Rimmele  über dieses Viertel in der Weststadt spricht, drückt er sich so aus: „Es ist eine heterogene gewerbliche Situation.“ Zu der auch noch Wohnungen gehören. Zudem ist das Gebiet von Verkehrs- und Gewerbelärm belastet. Jedenfalls wollen Stadtplaner und Stadträte neue Ordnung reinbringen in dieses Quartier und Regeln schaffen. Mit einem Bebauungsplan.

Günstige Mietwohnungen sollen entstehen

Er ist auch deshalb nötig, weil die städtische Wohnungsgesellschaft UWS die Gebäude an der Söflinger Straße 120 und 124 abreißen will. Dort sollen rund 75 neue Wohnungen entstehen, auch öffentlich geförderte günstige Mietwohnungen. Und zwar über dem neuen Netto-Markt. Der bisher kleinflächige, eingeschossige Discounter soll dann im fünfstöckigen Neubau mit rund 1100 Quadratmetern deutlich mehr Verkaufsfläche erhalten als bisher. Das sei für die Nahversorgung der Bewohner und der Beschäftigten in der Weststadt sinnvoll.

Besonders dieses Vorhaben stößt auf Wohlwollen der Stadträte. „Die Fläche ist bisher dürftig genutzt“, sagte Sabine Schuler (CDU). Sie begrüßt es wie ihre Stadtratskollegen sehr, dass über einem Lebensmittelmarkt Wohnungen entstehen. An der gemischten Nutzung aus Wohnen und Gewerbe soll sich in dem Quartier nichts ändern.

Schlosserei kann bleiben

Das betrifft auch die Schlosserei. Sie soll weiter bestehen können, darüber herrscht Einigkeit. An einer Stelle, an der Kässbohrerstraße 9, rückte die Stadtverwaltung von ihrem ursprünglichen Vorhaben ab, dort ein Mischgebiet auszuweisen. Die dort ansässigen Betriebe hatten befürchtet, dass sie die dann geltenden Emissionswerte nicht erfüllen können. Dem trägt der Bebauungsplan nun Rechnung: Der nördliche Teil um die Kässbohrerstraße 9 wird als „eingeschränktes Gewerbegebiet“ ausgewiesen. Dort ist Gewerbe erlaubt, das das Wohnen „nicht wesentlich stört“.

Zum Grundstück Kässbohrerstraße 9, wo sich einst eine Fabrik zur Herstellung von Kühlschränken befand, gehört laut Stadtverwaltung auch „eine gewerbliche Zimmervermietung“ auf zwei Stockwerken des ehemaligen Fabrikantendomizils – ein Bordell. Solche Betriebe sind künftig ausgeschlossen, ebenso wie Tankstellen.

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