„Sophitia“ soll weiter vor dem Theater Ulm tanzen. Dafür setzt sich die FWG-Fraktion in einem Antrag an OB Gunter Czisch ein. Die Skulptur hatte der ballettbegeisterte Ulmer Goldschmied Rudolf „Rex“ Dentler geschaffen und im Jahr 2000 als Dauerleihgabe vor dem Theater aufstellen lassen. Die tanzende „Weisheit“ musste zuletzt den Bauarbeiten für die neue Straßenbahnlinie am Platz vor dem Theater weichen.

Als der zuständige Ausschuss des Gemeinderats kürzlich über die weitere Sanierung des Theaters debattierte, hatte sich Gerhard Bühler (FWG) bereits nach dem Verbleib der „Sophitia“ erkundigt. Baubürgermeister Tim von Winning antwortete, dass die Skulptur wahrscheinlich nicht zurückkehren könne und einen neuen Standort brauche, weil der Platz vor dem Theater kleiner wird. Damit will sich die FWG nicht abfinden. „Wir sind der Auffassung, dass diese Skulptur bei etwas gutem Willen einen Platz vor dem Theater finden muss“, schreiben Gerhard Bühler und Helga Malischewski. „Wir können uns kein geeigneteres Kunstwerk genau dort vorstellen.“ Sie sind sicher: Das wäre im Sinne vieler Theaterbesucher.

Der 2006 im Alter von 81 Jahren verstorbene Rudolf Dentler hatte „Sophitia“ im Jahr 2000 geschaffen. Eine kleinere Schwester der Skulptur stiftete er 2005 der Waganowa-Ballettschule in St. Petersburg. Ballett war die Passion des Goldschmieds, der an jedem Schwörmontag hoch über seinem Atelier als „Rex“ (König) launige Thronreden hielt. Dentler tanzte selbst, 1993 sogar einmal im Bolschoi-Theater in Moskau. Auch als seine „Sophitia“ in Ulm aufgestellt wurde, bewies Dentler zusammen mit Tänzerin Rita Lüthi Beweglichkeit und Geschmeidigkeit.