In der Friedrich-List-Schule in Ulm wurden bei einer Schadstoffmessung überschrittene Grenzwerte für das gesundheitsgefährdende Stoffgemisch PCB festgestellt. Die Schule reagierte daraufhin mit der Sperrung von einigen Räumen. Das städtische Gebäudemanagement plant weitere Maßnahmen.

Welche Zimmer sind von der PCB-Belastung betroffen?

Die Schadstoffmessung hatte die Stadt Ulm im Sommer in Auftrag gegeben. Der Gutachter hatte Überschreitungen von Richtwerten der zulässigen PCB-Belastung in einigen der zu überprüfenden Schulräume ermittelt. PCB ist ein Stoffgemisch, das in Fugen, sowie Anstrichen enthalten ist. In der Friedrich-List-Schule entstehen die Emissionen größtenteils in den Fugen rund um die Fenster. Betroffen sind nur die Räume im Unter- und Obergeschoss des Gebäudes 2 West.

Stadt leitet Maßnahmen ein

Da die Stadt Ulm ohnehin bereits eine großangelegte Sanierung für den gesamten Gebäudekomplex plant, soll nun zeitnah eine Interimssanierung durchgeführt werden. Dabei werden die betroffenen Bauteile abgedeckt. So soll die Menge an gefährlichen austretenden Stoffe reduziert werden. Im Zuge der Gesamtsanierung sollen dann alle betroffenen Bauteile dann ausgetauscht werden.

So gefährlich ist PCB wirklich

Das Stoffgemisch wurde besonders in der 60er und 70er Jahren beim Gebäudebau verwendet. Doch PCB (polychlorierte Biphenyle) sind Gifte, die auch nach 30 Jahren noch immer eine Gefahr für die Gesundheit darstellen.

Diese gesundheitlichen Auswirkungen kann PCB auf den Körper haben:

  • Schwächegefühl
  • Haarausfall
  • Schilddrüseneffekte
  • Leberveränderungen
  • Diabetes
  • Krebs

Ende der 90er-Jahre schätzten Experten, dass jedes dritte Schule in Deutschland mit dem Umweltgift belastet sein könnten. Mittlerweile sind etliche der betroffenen Schulen saniert – aber längst nicht alle.