Eine Absage, die Ulm überraschte, weil die Entscheidung eigentlich erst für die zweite Juli-Woche gerechnet wurde, und schockierte, weil erst am Mittwoch bekannt geworden war, dass sich eine vom Ministerium eingesetzte Expertenkommission für Ulm als Standort ausgesprochen hatte. Das Konzept, mit dem sich formal das Ulmer Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung (ZSW) und das Karlsruher Institut für Technologie beworben hatten, überzeugte die so genannte Gründerkommission sowohl inhaltlich als auch, was die baulichen Rahmenbedingungen angeht.

Standorte in Ulm und Ellwangen Millionen für die Batterieforschung

Stuttgart

Eine fachfremde Entscheidung

Mittwoch noch Grund zur Freude und nun, nach der Entscheidung, der große Frust. Die 500 Millionen Euro des Bundes gehen nach Münster. Pikanterweise dorthin, wo die CDU-Forschungsministerin nur einen Steinwurf entfernt ihren Bundestagswahlkreis (Steinfurt III) hat. Eine ärgerliche politische und offensichtlich fachfremde Entscheidung gegen Ulm. Die im Umkehrschluss allerdings auch bedeutet, dass alle an der Bewerbung Beteiligten sich nichts vorzuwerfen haben. In der Wissenschaftsstadt auf dem Grundstück an der Ecke Berliner Ring/Albert-Einstein-Allee hätte richtig Großes entstehen können. Müssen.

Davon, dass es nun nichts wird mit der Batterieforschung auf dem Eselsberg dürfen sich alle Beteiligten nicht entmutigen lassen. Denn auch Misserfolge können viele kompetente Mütter und Väter haben. Forscher, Wissenschaftler, Landesregierung, Abgeordnete und nicht zuletzt OB Gunter Czisch und seine Verwaltung haben in den vergangenen Monaten gemeinsam einen richtig guten Job gemacht. Darauf muss man aufbauen. Zumal sich in Forschung und Wissenschaft nun rumgesprochen haben dürfte, dass Ulm Forschung und Infrastruktur kann. Deshalb Frust abschütteln und den 28. Juni 2019 zu einem etwas lästigen Tag der Ulmer Wirtschaftsgeschichte zurückschrumpfen.

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